1. Spieglein, Spieglein ...


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    Zeiger einpendelte. Über sechs Kilogramm zeigte die Waage an und ich wollte es fast nicht glauben. Mehrmals justierte ich sie nach, kam aber immer wieder auf dasselbe Ergebnis. Danach überschlug ich kurz den Goldpreis und kam auf eine Summe, die mir sehr gefiel. Ein sehr einträgliches Geschäft. Immerhin war alles in relativ kurzer Zeit über die Bühne gegangen. So gesehen, ein hervorragendes Geschäft. Wenn ich so weiter machte, würde mein Plan aufgehen. Dabei fiel mir ein, dass ich sicher nur einen wirklich kleinen Anteil von dem ganzen Geschäft bekommen hatte. Wenn das so war, musste Klaras Familie ein noch wesentlich größeres Geschäft gemacht haben. Ging ich noch davon aus, dass kein Haus gekauft worden war, musste sich das Gold geradezu stapeln. Dabei war ich mir sicher, dass sie alles im Keller aufbewahrten. Menschen, die auf diese Weise ihr Geschäft machten, vertrauten keiner Bank. Die Bank hätte wahrscheinlich irgendwann unangenehme Fragen gestellt. Also fragte ich mich wirklich, was wohl in dem Kellerraum alles lagerte. Ich würde es herausfinden, da war ich mir sicher. Es kam nur auf den richtigen Zeitpunkt an. Es war fast Mitternacht, als Klara wieder den Raum betrat. Sie zog sich einfach um und wollte gerade ins Bett steigen, als ich mich meldete. "Na Klara, läuft alles so, wie es sein soll?" Klara erschrak ein wenig, hatte wohl nicht damit gerechnet, dass ich noch auf war. Sie kam herüber und stand in ihrem Nachthemd vor mir. "Oh, ihr seid ja noch wach. Das habe ...
    ich nicht angenommen. Entschuldigt bitte! Ja, es ist alles prächtig. Das Haus ist noch besser als ich es mir erträumt habe. Die beiden Kleider sind ebenfalls in Arbeit. Ich werde sie euch zeigen, wenn sie fertig sind. Wie ich sehe, habt ihr euren Anteil erhalten. Ich hoffe, es entspricht euren Erwartungen. Vater hat gesagt, dass die Geschäfte besser gelaufen sind, als er gedacht hätte. Daher ist euer Anteil auch größer ausgefallen. Was denkt ihr eigentlich, damit anzufangen?" Kurz dachte ich darüber nach und kam auf eine gute Idee. "Ich weiß es noch nicht. Vielleicht gebe ich es deinem Vater. Es sieht ja so aus, als wenn er ein guter Geschäftsmann ist und ich ihm vertrauen kann. Sicher kann er mein Geld vermehren. Natürlich mit einer Gewinnbeteiligung!" Kaum hatte ich das ausgesprochen, schon ging bei Klara die Sonne auf. Sie strahlte geradezu, da ich ihr genau in die Karten spielte. Dumm war nur, dass ich ihr Spiel kannte und daher deckte ich nicht alle Karten auf. "Das wäre eine gute Sache. Vater ist sehr geschickt mit Geld und wird euch sicher einen noch größeren Profit einbringen. Überlegt es euch gut und vor allem schnell. Soweit ich weiß ist im Moment die Lage sehr gut, viel Geld zu verdienen. Jeder Tag, der verstreicht, könnte viel kosten!" Natürlich drängte Klara darauf, aber ich wollte sie nur bei der Stange halten, die Erwartungen anheben. Die Familie sollte ihren Glauben an mich, nicht verlieren. Zumindest noch nicht. Klara war noch müder als am Vortag, was ich ihr ...
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