1. Spieglein, Spieglein ...


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    das?", fragte ich sie und Marie drehte sich erneut um, kam wieder näher. Man konnte sehen, dass sie nach Worten rang, aber letztendlich kam sie mit der Sprache heraus. "Mein Verlobter war ein grober Klotz. Ich fühlte mich bei ihm nur gut aufgehoben, weil er mir eine Zukunft geboten hat. Wir hätten Kinder bekommen und ich wäre eine gute Mutter geworden. Seit dem Abend mit Herrn Christoph bin ich mir nicht mehr sicher, ob es gut gelaufen wäre. Er hat mir gezeigt, wie schön es zwischen zwei Menschen sein kann. Dabei habe ich auch etwas in meinem Herz gefühlt!" Während sie das sagte, legte sie eine Hand auf ihre linke Brustkorbhälfte und zeigte damit auch optisch an, wo ihr Herz sich befand. "Bei meinem Verlobten und mir habe ich das nicht gefühlt. Nichts von den schönen Gefühlen, die mir Herr Christoph geschenkt hat. Also ist es vielleicht gut für mich, wenn ich mir einen Mann wie ihn suche. Herr Christoph ist aber leider nicht an mir interessiert. Es ist so seltsam, immer wenn ich ihn jetzt sehe, schlägt mein Herz schneller und mir wird warm. Es kribbelt in meinem Bauch und ich fühle es warm in mir werden. Bitte sagt das auch nicht zu ihm, es wäre mir peinlich. Ich darf eigentlich nicht einmal daran denken, denn ein Mann wie er wird für mich für immer unerreichbar sein!" Als Marie dies sagte, konnte ich sehen, wie ihr einige Tränen die Wangen herunter liefen. Doch nur kurz, denn sie drehte sofort wieder auf dem Hacken um und rannte aus dem Zimmer. Sie tat mir mehr als leid. ...
    Marie war ein so nettes Mädchen, und wenn ich ehrlich war, sogar anziehend. Ihre Naivität kam nicht daher, dass sie dumm war, sondern weil man ihr niemals etwas beigebracht hatte. Ich nahm mir vor, sie nicht zu enttäuschen. Sie sollte gut aus dieser ganzen Sache herauskommen. Nachdenklich fuhr ich wenig später zu dem Münzhändler und holte die Fälschungen ab. Sie sahen wirklich täuschend echt aus, und wenn ich eine Echte nahm und als Gegengewicht auf eine Balkenwaage legte, schlug diese nur ganz wenig aus. Fast perfekt waren sie, waren größten Teils sogar blind, als wenn sie schon durch viele Hände gegangen waren. Wirklich Glänzende bekam man nur, wenn man sie polierte. Lächelnd lud ich sie in mein Auto und fuhr zurück. Am späten Abend kam Klara wieder und hielt einen größeren Leinenbeutel in ihren Händen. Sie kam zum Spiegel und legte ihn auf einen der Beistelltische. Dann verschwand sie wieder, ohne sich nach mir zu erkundigen. Wahrscheinlich dachte sie, dass ich nicht da wäre. Also griff ich durch das Glas und hob das Säckchen an, was schwerer war, als ich gedacht hätte. Mehrere Kilo schwer war es, und als ich es herübergeholt hatte, macht ich es auf. Goldig glänzte es mir entgegen. Ich griff hinein und ließ die Münzen klappern. Eine Wohltat für meine Ohren. Sofort holte ich alle anderen Münzen, die ich schon hatte und ließ sie mit in das Säckchen fallen. Danach ging ich in die Küche, holte meine Küchenwaage und legte das Säckchen darauf. Gespannt sah ich zu, wie sich der ...
«12...186187188...207»