1. Spieglein, Spieglein ...


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    Wahrscheinlich lag es daran, dass ich die Nahrung über einen langen Zeitraum zu mir nahm. Irgendwann konnte ich aber doch nicht mehr, wobei man zugeben musste, dass mir Klara die letzte Viertelstunde nur noch dabei zugesehen hatte, wie ich aß. Sie selber hatte schon länger nichts mehr angefasst. "Ich hoffe es hat euch geschmeckt!", sagte sie, als sie sah, wie ich das Besteck zurücklegte und mir über den Bauch strich. "Aber ja, sehr gut. Wäre es nicht so vorzüglich gewesen, hätte ich nicht so viel gegessen!" "Das freut mich sehr, immerhin habe ich euch ja etwas Besonderes versprochen, wobei es nicht mit dem Essen enden soll. Ich habe noch eine Überraschung für euch!" Da war ich wirklich gespannt drauf. Klara stand auf und kam um den Tisch herum. Vor mir streckte sie mir eine Hand entgegen und forderte mich damit auf, ihr zu folgen. Ich griff nach ihrer Hand und wir gingen langsam zur Tür. Kurz davor drehte sich Klara um und sagte zu Marie: "Würdest du uns bitte aufmachen!" Natürlich hätte ich das auch machen können, aber Klara bestand darauf, denn als ich zur Klinke griff, hielt sie mich davon ab. Für Marie war es schwer, uns die Tür zu öffnen. Sie hatte dem Wein schon in größeren Maßen zugesprochen und war ihr stark in den Kopf gestiegen. Sie wankte stark. Als sie um den Tisch ging, musste sich sogar einmal kurz festhalten. Daher dauerte es länger, bis sie endlich bei uns angekommen war. Sie griff nach der Türklinke und öffnete uns die Tür, wobei sie beinah hingefallen wäre. ...
    Sie konnte sich aber noch gerade so an der Klinke festhalten und ließ uns vorbei. "Ich glaube, wir müssen Marie erst zu Bett bringen, bevor ihr euere Überraschung bekommt. Sie kann sich kaum noch auf den Beinen halten. Würdet ihr mir den Gefallen tun und sie stützen? Ich möchte nicht, dass sie sich etwas bricht oder noch Schlimmeres!" Damit hatte Klara natürlich recht. In diesem Zustand war es besser, nichts mehr anzufassen oder sonst irgendwas zu tun. Also ging ich zu Marie, fasste sie unter und führte sie hinter Klara her, die mir den Weg zeigte. Wenig später gingen wir eine Treppe zum ersten Stock hoch, was mit Marie nicht ganz einfach war. Zweimal stolperte sie, denn sie nahm ihre Füße nicht hoch genug und blieb an der Kante der Stufe hängen. Fast hätte sie beim Fallen mitgerissen, im letzten Augenblick konnte ich es aber zum Glück noch verhindern. Fest umschloss ich ihre Taille und konnte ihren dünnen Körper durch den Stoff spüren. Dies hatte den Vorteil, dass sie nicht so schwer war und ich mich daher nicht ganz so abplagen musste. Endlich waren wir an der letzten Stufe angekommen, Klara war inzwischen ein Paar Schritte weitergegangen und bog bei der ersten Tür links ab. Sie öffnete diese und wies mir den Weg in Maries Zimmer. Hier oben wohnte sie also und ich sah zum ersten Mal ihren Wohnraum. Sie hatte es gemütlicher als Klara. Sicher waren ihre Möbel nicht so elegant wie die von Klara und auch nicht so teuer gewesen, aber die einfache Einrichtung zeigte, dass Marie ...
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