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Spieglein, Spieglein ...
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
alles mitgebracht hatte. Zum Schluss wurde noch der mitgebrachte Wein eingeschenkt. Wer immer auch dieses Essen gekocht hatte, der wusste, wie man es machen musste. Ich ging aber davon aus, dass Klara es nicht gewesen war. Das traute ich ihr nicht zu. Ob Marie dabei ihre Finger im Spiel hatte, wusste ich nicht. Sie saß mit am Tisch, aß auch einen Happen, war aber mehr damit beschäftigt sofort aufzuspringen, wenn Klara oder mir nachgelegt werden musste. Saß sie dann wieder am Tisch, hatte ich den Eindruck, als wenn sie mich immer wieder verstohlen ansah. Sie drehte dabei ihren Kopf und tat so, als wenn sie etwas auf dem Tisch suchte oder ordnete. Schüsseln wurden Millimeterweise verrückt, nicht vorhandene Krümel entfernt. Ich interessierte sie sehr. Wahrscheinlich dachte sie darüber nach, wo sie mich schon einmal gesehen hatte und damit war nicht das eine Mal gemeint, als wir mehr oder weniger ineinander gerannt waren. Sie kam aber anscheinend nicht drauf, denn ihr Gesichtsausdruck verriet mir ihr Grübeln ohne Erkenntnis. Innerlich amüsierte ich mich darüber, denn ich konnte mir gut vorstellen, was gerade in ihrem Kopf vor sich ging. Sie kam einfach nicht drauf, zermarterte sich ihr Gehirn. "Nun, wie schmeckt es euch? Die dazu verwendeten Gewürze stammen natürlich von euch und ich muss wirklich sagen, dass es ein Hochgenuss ist. Normalerweise isst man bei uns nicht wie am Königshof. Doch heute wollen wir es uns einmal gut gehen. Ich erhebe mein Glas auf euch Christoph!" Sie ... prostete mir zu und nahm einen tiefen Schluck. Auch Marie hielt sich nicht zurück und trank den Wein fast wie Wasser. Angesichts der Menge, die sie aßen, kein guter Gedanken. Keine wirkliche Grundlage. Mir sollte es aber egal sein. Mir schmeckte es und ich genoss es, ein wunderbares Essen mit zwei so hübschen, jungen Frauen einnehmen zu dürfen. Die Stimmung stieg, da der die beiden Frauen dem Wein zusprachen. Klara hätte es besser wissen müssen. Sie kannte die Wirkung. Bei Marie war ich mir da nicht sicher. Ich hörte kaum etwas von ihr, nur ab und zu kicherte sie leise, wenn Klara und ich uns auf eine lustige Art unterhielten. Selber beteiligte sie sich nicht an dem Gespräch. Es stand ihr sicher auch nicht zu. Stattdessen kümmerte sie sich mehr um den Wein, von dem mehr in ihrem Glas landete, als bei Klara und mir. Dabei wunderte ich mich sowieso, da Klara inzwischen dazu übergegangen war, Wasser zu trinken. Also hatte sie doch gelernt, immerhin etwas. Ihr würde es am nächsten Tag nicht schlecht gehen. Bei Marie sah das sicher anders aus. Sie hatte glasige Augen und war im Gegensatz zu sonst, etwas in sich zusammengesackt. Klara merkte es zwar, unterband es nicht. Sie sah öfter zu Marie, schüttelte leicht den Kopf, als wenn sie sich dafür schämte, wie es Marie ging. Sie machte aber keine Anstalt dazu, etwas dagegen zu unternehmen. Mehr als eine Stunde schlemmte ich und ich wunderte mich, dass ich so viel in mich hineinschaufeln konnte, ohne einen dicken Bauch zu bekommen. ...