1. Spieglein, Spieglein ...


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    verstehen. "Ja, so ist das bei mir auch. Deswegen habe ich mich ja gefragt, wie es sein wird, wenn es soweit ist. Es ist so aufregend. Ich wünschte fast, dass es schon bald so wäre!" Marie saß nur da, hörte es sich an und nickte ganz leicht mit dem Kopf. "Ja, das wünschte ich mir auch!", kam es flüsternd von ihr. Damit was das Gespräch beendet, denn Klara stand auf und ging zur Tür. "Komm, ich möchte noch etwas spazieren gehen. Mir ist auf einmal so warm und draußen ist es kühler als hier drin. Ich bekomme keine Luft mehr!" Marie stand ebenfalls auf und die beiden verließen den Raum. Ein seltsames Gespräch und ich wusste nicht, worauf Klara hinaus wollte. Ganz umsonst hatte sie nicht danach gefragt. Ich hatte inzwischen den Eindruck, dass sie niemals etwas einfach nur so machte. Es war eine kühle Berechnung mit dem Hintergedanken, etwas zu wollen und dieses auch durchsetzten zu können. Dabei war ich gespannt darauf, wofür es gut gewesen war. Ich würde es mitbekommen, davon war ich überzeugt. Eine Stunde später war Klara wieder da, dieses Mal alleine und sie kam sofort zu mir herüber. "Sagt Christoph, was haltet ihr von Marie? Gefällt sie euch?" Ich wusste nicht gleich, was ich darauf sagen sollte, denn mit den Fragen hatte ich nicht gerechnet. Ich räusperte mich und tat so, als wenn ich mich verschluckt hätte. Das brachte mir ein paar Zusatzsekunden zum Überlegen. "Was soll ich von ihr halten? Sie ist eine nette, etwas schüchterne junge Frau!" "Das meinte ich nicht!", kam ...
    von Klara fast giftig zurück, "Es geht nicht um ihren Charakter, sondern was ihr von ihr als Frau haltet. Körperlich!" "Sie sieht gut aus, hat zwar nicht deine wunderbare, weibliche Figur, trotzdem würde jeder Mann glücklich darüber sein sie zu bekommen, wenn er könnte!" "Dank euch für das Kompliment!", meinte Klara etwas säuerlich. Vielleicht hatte sie von mir weniger Zuspruch für Marie erwartet, als sie zu hören bekommen hatte. Aber daran ließ sich jetzt nichts mehr ändern. Ich musste wirklich besser darauf aufpassen, was ich sagte. Anscheinend hatte ich Klara damit den Abend verdorben, denn sie sah den Abend nicht mehr in meine Richtung. Sie ging noch einmal weg, kam aber wenig später wieder, zog sich um und stieg in ihr Bett. Hier gähnte sie und tat zumindest so, als wenn sie schlief. Ob es wirklich so war, konnte ich nicht erkennen. Nun gut, wenn sie auf meine Gesellschaft keinen Wert legte, dann eben nicht. Ich war sowieso müde und ging ebenfalls ins Bett. Eine Minikrise zwischen uns, zumindest kam es mir so vor. Doch darüber machte ich mir keine Gedanken. Dafür war es einfach zu wenig gewesen, um sich darüber aufzuregen. Ein so dunkles Schlafzimmer zu haben ist wirklich nicht gut. Man hat von Tag zu Tag das vermehrte Gefühl von Müdigkeit. Man könnte den ganzen Tag schlafen und nichts tun, muss sich wirklich dazu aufraffen, einer Tätigkeit nachzugehen. Als ich aufwachte, ging ich in den Keller und nahm mir ein anderes Möbel vor, was schon seit ewiger Zeit in einer Ecke ...
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