1. Spieglein, Spieglein ...


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    nehmen, wenn du ihn bekommen könntest?", kam wieder von Klara. "Er ist reich und scheint so etwas wie Umgangsformen zu haben. Ich wüsste nicht, warum ich ihn anlehnen sollte? Aber mehr weiß ich nicht, da müsstet ihr doch besser drüber informiert sein!" Klara grinste Marie an und sah ihr dabei tief in die Augen. "Ich weiß es ja nicht so genau, aber ich glaube, der ist gut gebaut!", dabei kicherte Klara vor sich hin und Marie sah sie verwundert an. "Wie meint ihr das? Meint ihr, wie der Mann im Spiegel?" "Ja, das meinte ich genau so!", Klara kicherte ein weiteres Mal, "er kann eine Frau sicher auch noch auf eine männliche Art und Weise glücklich machen. Zu gerne wüsste ich, wie das ist, wenn ein Mann eine Frau liebt! Ich meinte so richtig, nicht nur küssen, sondern mehr!" Maries Augen wurden größer als zuvor. Sie neigte ihren Kopf, als wenn es ihr peinlich war. Klara hingegen lachte einmal auf. "Jetzt tun nicht so, als wenn du es nicht auch gerne wissen möchtest. Immerhin bist du doch sonst auch immer neugierig. Jetzt stelle dir mal vor, einer würde es mit dir machen wollen, ich meine, wenn du auch willst. Würdest du es mit ihm machen?" Marie druckste etwas herum. Sie wusste nicht genau, wie sie dieses Gespräch weiterführen sollte. Es war ihr peinlich, das konnte man ihr gut ansehen. "Ach, ich habe da noch nicht drüber nachgedacht. Ich bin noch nicht in der Situation gewesen. Mein kommender Verlobter ist an mir interessiert, aber wenn ich die Mitgift nicht aufbringen kann, ...
    werde ich in keine Chance bekommen, mit ihm die Liebe zu genießen. Es ziemt sich nicht!" "Wer sagt denn das es dein Verlobter sein muss. Könntest du dir keinen anderen vorstellen? Einen der dir gefällt, weil er ein Mann ist und nicht dein Verlobter. Also mir wird schon bei dem Gedanken ganz kribbelig! Sag Marie, als du den Mann im Spiegel gesehen hast, hast du da gar nichts empfunden?" Marie sah ein weiteres Mal zum Spiegel. Dann flüsterte sie etwas, was ich nicht verstehen konnte. "Du brauchst dir über den Mann im Spiegel keine Sorgen zu machen, er ist um diese Zeit nie da. Jedenfalls ist das bis jetzt immer so gewesen!" Diese beiden Sätze sagte Klara laut, so laut, dass ich sie sehr gut verstehen konnte. Es war nicht schwer zu erraten warum. Ich sollte ruhig sein, mich nicht bemerkbar machen und genau das hatte ich auch nicht vor. "Du meinst also, dass du was in deinem Bauch gespürt hast, so ein seltsames Ziehen und Kribbeln!" Klara wiederholte die Antwort von Marie noch einmal, damit ich wusste, was sie gesagt hatte. Noch einmal sah Marie zu mir, drehte ihren Kopf wieder zu Klara. "Ja, ein seltsames Gefühl, so als wenn sich etwas bei mir zusammenzieht. Mir wurde warm und kalt gleichzeitig wie bei einem Fieber. Doch war es angenehm, füllte mich mit Wärme. Auf der anderen Seite drängte es mich auch, auch wenn ich es nicht deuten konnte, denn so etwas habe ich noch niemals gefühlt! Wirklich aufregend!" Die letzten Worte sprach Marie wieder sehr leise aus und ich konnte sie kaum ...
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