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Spieglein, Spieglein ...
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
Man konnte sehen, wie sie den kleinen Gegenstand geradezu verschlang. Jetzt war guter Rat teuer. Die Zeit lief ihr davon und sie musste handeln. Fiberhaft suchte sie nach einer Lösung. "Ein wirklich schönes Stück! Es wird Klara sicher gut gefallen!", meinte sie, kam aber anscheinend zu keiner weiterführenden Lösung. Also musste ich ihr helfen, sie noch weiter anstacheln. "Ich weiß nicht so recht. Ich bin mir nicht mehr so sicher, ob es wirklich zu Klara passt. Der Duft ist schwer und ich mir nicht sicher, ob es ihr gefällt!" Während ich es sagte, öffnete ich den Deckel und roch einmal daran. Dabei verdrehte ich gespielt meine Augen, tat so, als wenn ich es für etwas Besonderes hielt. Um es Klaras Mutter zu demonstrieren, streckte ich meinen Arm mit der Flasche aus und hielt sie ihr unter die Nase. "Was meint ihr, findet ihr nicht auch, dass der Duft für Klara zu schwer ist. Es passt besser zu einer gestandenen Frau, wie ihr eine seid! Um genauer zu sein, einer attraktiven Frau wie euch!" Sie sah mich an und ich wusste insgeheim, dass ich viel zu dick auftrug, aber warum nicht. Bei ihr war ich damit wahrscheinlich an der richtigen Adresse. Ihre Augen funkelten erneut, als sie an der Flasche roch. So wie es aussah, lag ich mit meiner Vermutung recht. Der Duft gefiel ihr, denn als ich meine Hand zurückziehen wollte, hielt sie meinen Arm auf einmal fest und nahm noch einmal das Aroma in sich auf. "Findet ihr wirklich, dass ich eine attraktive Frau bin? Immerhin bin ich nur eine ... einfache Hausfrau!" Während sie das sagte, ließ sie mich los, legte ihre Hände in die Rundungen ihrer Taille und drehte sich in der Hüfte mehrmals hin und her. Klaras Mutter untertrieb maßlos, aber es passte zu dem Spiel, das wir gerade spielten. "Außerdem bin ich doch viel zu alt, als das ihr mich für ansprechend halten würdet. Immerhin interessiert ihr euch für meine Tochter, da kann ich wohl kaum mithalten!" Während sie das sagte, senkte sie ihren Kopf etwas ab und sah mich sozusagen von noch weiter unten an. Ein Blick, dessen Wirkung sie sich durchaus bewusst war. Vielleicht benutzte sie ihn immer, wenn sie von ihrem Mann etwas haben wollte. Sozusagen als eine zusätzliche Waffe, um ihn zu überreden. Besonders dann, wenn er die entsprechende Ausgabe nicht tätigen wollte. Um ehrlich zu sein, wirkte es auf mich. Auch wenn ich wusste, was sie wollte, war es ein Anblick, dem ich mich kaum entziehen konnte. "Das würde ich so nicht sagen!", meinte ich und lächelte sie an, "jedes Alter hat seine Vorzüge. Die Jugend die Unschuld, das Alter die Erfahrung. Welches schwerer wiegt, kann und will ich nicht entscheiden!" Für Klaras Mutter waren meine Worte Balsam auf die Seele und ließ sie immer weiter auf dem Weg zu ihrem Ziel schweben. Dabei kam es ihr sehr gelegen, wie ich reagierte. Alles passte besser, als sie es sich jemals gedacht hätte. "Meint ihr wirklich, dass das Parfüm zu mir passen würde?", fragte sie mehr spielerisch, "ich könnte es ja einmal auflegen, und ihr entscheidet, ...