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Spieglein, Spieglein ...
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
ich. Es sollte für sie so aussehen, als wenn alles von ihr selber kam. Natürlich schnappte sie nach diesem Köder, eine günstigere Möglichkeit konnte es gar nicht für sie geben. "Ihr könnt aber hier warten. Ich habe im Moment nicht viel zu tun und ich würde es begrüßen euch etwas näher kennenzulernen!" So oder so ähnlich hatte ich mir ihre Antwort vorgestellt. Dabei war fast seltsam, dass wir beide bekamen, was wir uns vorgenommen hatten. So gesehen keine schlechte Sache. Weiter öffnete sie die Tür und ließ mich herein, wobei sie genau darauf achtete, die Tür nur soweit aufzumachen, dass nur sehr wenig Platz für mich war. Fast zwangsläufig berührte ich sie dabei mit meinem Arm und spürte für einen winzigen Moment ihren festen Körper. "Oh. Entschuldigten sie. Wie unaufmerksam von mir!", meinte sie und trat erst einen Schritt zurück, als ich schon an ihr vorbei war. "Manchmal vergesse ich einfach, was sich gehört!" Dabei lachte sie entschuldigend und leise. Ein eher gekünsteltes Lachen aber das störte mich nicht, erzeugte bei mir eher ein erneutes inneres Grinsen. Weiter ging es und ich ließ Klaras Mutter vorgehen. Dabei kam es mir vor, als wenn ihr Gang ausgeprägter war als sonst, wiegte sich mehr in der Hüfte. Von meiner Position aus gesehen, ein netter Anblick. Wir gingen in den Raum, den ich schon kannte. Wenig später saß ich in dem Sessel und sie mir gegenüber. Allgemeine Floskeln folgten. Doch Gesundheit, allgemeines Wohlbefinden und Ähnliches waren schnell abgegrast. ... Dabei konnte man merken, dass sie versuchte, auf ein anderes Thema einzuschwenken, was ihr aber nicht wirklich gelang. Ich versuchte es zu verhindern, ließ sie nicht zum Zuge kommen. Irgendwann erhob ich mich, wollte gehen. "Es tut mir Leid!", meinte ich, "Ich habe leider nicht den ganzen Tag Zeit. So wie es aussieht, erscheint Klara wohl in nächster Zeit nicht!" Man konnte die Enttäuschung über meine Ankündigung in ihren Augen sehen. Elisabeth suchte verzweifelt nach einem Ausweg. Ich ging zur Tür und stand wenig später in dem Spiegelsaal. Natürlich kam die Hausherrin hinterher und hielt mich am Arm fest. So gestoppt drehte ich mich zu ihr um. Keinen halben Meter stand sie von mir entfernt und atmete einmal tief durch. "Verzeiht mir meine Neugierde Herr Christoph, aber vielleicht kann ich Klara ja sagen, was ihr von ihr möchtet. Ich kann es Klara übermitteln. Immerhin bin ich ihre Mutter!" Sie suchte krampfhaft nach einem Vorwand, damit ich nicht sofort ging. Immerhin war sie noch nicht ans Ziel gekommen. "Es ist nichts Wichtiges, ich wollte Klara nur ein weiteres Fläschchen Parfüm bringen. Das Letzte hatte ihr so gut gefallen, dass sie sich sicher über noch eines freuen würde!" Bei diesen Worten zog ich das Fläschchen aus der Tasche und zeigte es, indem ich es in der holen Hand präsentierte. Klaras Mutter schnappte sichtlich nach Luft. Lag doch der Gegenstand ihrer Begierde direkt vor ihren Augen, während das Glas im Schein des Lichts funkelte. Funkeln taten auch ihre Augen. ...