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Spieglein, Spieglein ...
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
wieder so hin, wie es zuvor gestanden hatte. Dazu rückt sie es mehrmals hin und her und kontrollierte zum Schluss, ob es wirklich richtig stand. Mit einem zufriedenen Lächeln stand sie noch einen Moment vor dem Spiegel und kontrollierte dabei ihr Äußeres. Sie griff dabei an ihre Brüste, rückte sie soweit zurecht, bis sie meinte, dass alles in Ordnung war. Ein wirklich seltsamer Anblick für mich, immerhin stand sie keinen Meter vorn mir entfernt. Gut, das sie mich nicht sehen konnte. Dann sprach sie mit sich selber. "Was würde ich dafür geben, ebenfalls einen solchen Duft zu bekommen. Keine der anderen Damen der Gesellschaft hat so etwas und ausgerechnet meine Tochter bekommt so etwas. Das ist nicht gerecht, ich hätte es verdient, aber mein Mann ist einfach nicht in der Lage mir so etwas zu besorgen. Es muss doch eine Möglichkeit geben, es zu bekommen. Herr Christoph hat es schließlich auch geschafft. Ob es wohl zu aufdringlich von mir wäre, ihn danach zu fragen?" Klaras Mutter machte ein so nachdenkliches Gesicht, das ich mir das Lachen verkneifen musste. Es sah einfach zu komisch aus. Dabei kam mir in den Sinn, dass ich noch die beiden anderen Flaschen hatte. Der schwere, süße Duft würde ihr besser stehen als Klara. Davon war ich überzeugt. Also überlegte ich, wie ich es ihr zukommen lassen konnte, ohne das sie merkte, dass ich davon wusste. Während ich darüber nachdachte, entfernte sie sich wieder und verließ das Zimmer. Noch war Klara nicht da und ich hielt die ... Gelegenheit gleich für günstig. Also zog ich mich um, schnappte mir die Flasche, ging in Klaras Zimmer, öffnete das Fenster und stieg hinaus. Zuerst drehte ich einen kleinen Bogen über das Grundstück und kam dann wie offiziell über den Eingangsweg zurück. An der Tür stand ich einen Moment still und betätige erst dann den Türklopfer. Vorher steckte ich mir die Flasche aber noch in die Hosentasche. Dumpf hörte es sich an wie zuvor und ich atmete noch einen Moment tief durch. Klara war nicht da, ob allerdings ihr Vater anwesend war, konnte ich nicht sagen. Wenn Klara nicht da war, nahm sie meines Wissens Marie fast immer mit. So gesehen stand die Chance nicht schlecht, dass die Hausherrin selber die Tür öffnen würde. Mein Plan schien aufzugehen, denn als sich nach endlos scheinenden Sekunden die Tür öffnete, stand wirklich Klaras Mutter vor mir. Sie sah mich etwa verdutzt, aber freundlich an. "Herr Christoph!", sagte sie mit einer überraschten Stimme: "Was führt euch her. Klara ist nicht da und wird wohl erst später wiederkommen. Genau kann ich das aber nicht sagen!" Eine ähnliche Antwort hatte ich erwartet und mir etwas Entsprechendes zurechtgelegt. "Das ist schade, dabei wollte ich sie eigentlich überraschen!", antwortete ich, während ich innerlich schmunzelte. Immer hatte Klaras Mutter vor keiner halben Stunde noch davon gesprochen, mich persönlich fragen zu wollen. Ich spielte ihr also geradezu die Karten zu. Eine Situation, die ihr sicher sehr gelegen kam. Genau darauf spekulierte ...