-
Spieglein, Spieglein ...
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
mich entdeckt. Das wiederum wäre nicht gut gewesen. Das Haus von Klaras Eltern war groß, aber bei Weitem kein Schloss. Es hatte mehr die Ausmaße einer größeren Villa. Weitere Häuser in vergleichbarer Größe standen darum herum, wobei sie alle mit ausladenden Gärten umgeben waren. Das wiederum hatte den großen Vorteil, dass ich relativ einfach aus dem Fenster klettern konnte, ohne Aufmerksamkeit zu erzeugen. Zumindest wenn Klara zuvor nachsah, ob die Luft rein war. Draußen angekommen atmete ich erst einmal tief ein. Die Luft hatte etwas Reines, nicht so verbraucht, wie in den Städten die ich kannte. Luftverschmutzung war noch kein Thema. Ich sah einmal an mir herunter, um meine Bekleidung zu überprüfen. Die kleine Kletteraktion hatte vielleicht Spuren hinterlassen. Da dies aber nicht der Fall war, strich ich noch einmal den Stoff glatt und ging dann mit möglichst selbstsicheren Schritten zum Eingang, der sich entsprechend wuchtig präsentierte. Man musste zwei Stufen nach oben gehen, wobei eine Überdachung auf zwei massiven Säulen dafür sorgte, bei Regen nicht nass zu werden. Auf dieser Überdachung war ein Gitter angebracht und sollte wohl einen Söller darstellen, doch da keine Tür vorhanden war, war es eher Zierde, als dass es irgendwelchen Nutzen hatte. Mehr scheinen, als sein. Auch vor der Tür atmete ich noch einmal tief durch, erst dann nahm ich den schweren Klopfer aus Messing in die Hände und ließ ihn gegen die Eingangstür schlagen. Dumpf hörte es sich an, als der ... Schall durch den dahinter liegenden Raum fortsetzte. Zehn Sekunden vergingen, bis die Tür geöffnet wurde. Der Hausherr persönlich stand vor mir und sah ich neugierig an. "Ich nehme an, dass ihr Herr Christoph seid. Kommt herein und fühlt euch wie Zuhause!" Er ging seitlich weg und gab mir damit den Weg ins Innere frei. Hier empfing mich ein kleiner Vorraum, der eher dazu genutzt wurde, Mäntel oder Ähnliches auszuziehen. Hierfür waren diverse Haken an die Wand angebracht worden und wurden mehrere niedrige Sitzgelegenheiten angeboten. Wahrscheinlich für das an und ausziehen von Galoschen. Da ich nichts zum Ablegen anhatte, war der Raum für mich nicht von Bedeutung. Klaras Vater führte mich weiter, ging voraus, um mir den Weg zu weisen. Wir gingen durch die nächste Tür und ich bekam große Augen. Direkt dahinter war jener Raum, den ich als Saal in Erinnerung hatte. Er war groß, aber nicht so groß, wie ich in mir vorgestellt hatte. Wahrscheinlich kam es daher, dass ich durch meinen begrenzten Sichtwinkel nicht weit genug nach links und rechts schauen hatte, können. Dazu kam die Wirkung diverser Spiegel, die an den Wänden hingen. Während wir durch den Raum gingen, versuchte ich zu erkennen, wo mein Spiegel gehangen hatte, fand auch die Stelle, die jetzt von einer breiten Brokatstoffbahn verdeckt wurde. Es störte ein wenig, denn die Symmetrie der anderen Spiegel wurden unterbrochen, aber Klara hatte ihrem Vater wohl klar zu verstehen gegeben, dass sie ihn haben wollte. Väter und ihre ...