1. Spieglein, Spieglein ...


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    sich mehrfach hin und her, besah sich von vorne und von der Seite und hatte die ganze Zeit ein breites Grinsen im Gesicht. "Das war es wert!", meinte ich nur so nebenbei, denn eigentlich musste ich gar nicht antworten. Es war eine Selbstverständlichkeit in ihren Augen. "Für so ein Geschenk würden die meisten Frauen alles geben, egal was. Es ist ein Traum und ich danke euch dafür. Ohne euch, hätte ich so etwas Schönes niemals bekommen. Davon bin ich überzeugt!" Damit hatte wie wohl recht. Ihr Ex Fastehemann sollte ja nicht gerade freigiebig sein, so gesehen war es eine verständliche Vermutung. Es dauerte noch eine ganze Weile, bis Klara sich an sich selber sattgesehen hatte. Erst danach kam ihr ein anderer Gedanke. "Sagt einmal, wie steht euch die Kleidung, die ich für euch ausgesucht habe. Der Schneider war der Meinung, dass es das Rechte wäre. Nicht zu überschwänglich, aber auch nicht zu wenig, um Eindruck zu machen. Bitte kommt doch mal her, damit ich euch sehen kann, wenn ihr es anhabt!" Sofort drückte ich gegen die Scheibe und stieg durch sie hindurch. Nun stand ich vor Klara, die mich genau in Augenschein nahm. Sie sah mich von oben bis unten an, ging währenddessen einmal um mich herum und zuppelte immer wieder an mir herum. Als sie wieder an ihrer Ausgangsposition angekommen war, sah sie mich noch einmal der länge nach an und nickte zustimmend. "So könnt ihr euch blicken lassen. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Genau richtig! Ich denke, ich werde euch für Morgen bei ...
    meinen Eltern anmelden. Bei solchen Geschenken ist es normal, dass sie bereits sehr neugierig auf euch sind!" Klara kam gar nicht auf die Idee, dass ich vielleicht am nächsten Tag gar nicht wollte. Für sie stand es fest, eine Selbstverständlichkeit. Wenn man es genau nahm, nahm sie mir die Kontrolle aus der Hand. Ich musste allerdings gestehen, dass mir es recht gut gefiel. Es war, als wenn ich auf einem Beobachterposten war. Nein sagen konnte ich immer noch. Also bestätigte ich den Termin und war innerlich gespannt darauf. "Sag mal Klara, ist von dem Geld eigentlich noch etwas übrig?" Man konnte Klara anmerken, dass ihr die Frage nicht sonderlich schmeckte. Sie zuckte leicht zusammen und nickte nur halbherzig. Mit einem gekonnten Griff hob sie ihr neues Kleid an und ich konnte erkennen, dass sie einen kleinen Leinenbeutel an ihrem Unterrock befestigt hatte. Ein sicher recht gutes Versteck. Sie machte den Beutel ab und gab ihn mir. Es wunderte mich, dass überhaupt noch etwas übrig war, Klara nicht alles ausgegeben hatte. Ich nahm den Beutel und öffnete ihn. Viel war wirklich nicht mehr darin, aber ein paar Münzen geben ihre hellen Klang ab. Ich nahm ihn an mich, denn ich hatte noch etwas damit vor. "Klara, ich gehe etwas besorgen. Du kommst doch sicher ein paar Stunden ohne mich aus!", meinte ich, aber als ich sah, dass Klara wieder selbstverliebt in den Spiegel sah und ich im Moment nur Beiwerk war, lag die Antwort auf der Hand. Ich selber verschwand, ohne dass es bemerkt wurde, ...
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