1. Spieglein, Spieglein ...


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    und zog mich wieder um. Dorthin, wo ich jetzt wollte, konnte ich die Kleidung nicht anlassen. Eine Stunde später war ich bei einem Geschäft für Münzhandel und zeigte die Münzen vor, die noch im Beutel waren. Viel bekam ich nicht dafür, was daher kam, dass auch die Münzen spiegelverkehrt waren. Der Ladeninhaber nahm sie aber als Kuriositäten an. Ein paar Schritte weiter war ein neuer,besonderer Laden, der nur Dinge aus Cashmere verkaufte. Ich erwarb einen wunderbaren Schal, der so weich wie Watte war. Ich ließ ihn hübsch einpacken und ging wieder nach Hause. Gut gelaunt kam ich wieder Zuhause an und machte mir etwas zu essen. Dabei dachte ich darüber nach, wie es mit wohl am nächsten Morgen ergehen würde. Dabei stellte ich mir so einiges vor, kam aber zu dem Ergebnis, dass wohl alles vollkommen unsinnig war, was ich mir gerade ausdachte. Also versuchte ich alles zu verdrängen, was aber nicht funktionierte. Später ging ich wieder ins Schlafzimmer und sah mich um. Klara war nicht da und ihr Zimmer war verwaist. Also legte ich mich auf das Bett und machte die Augen für eine Runde Schlaf zu. Doch dazu kam es nicht mehr. Auf einmal hörte ich Maries Stimme, die mich leise rief. Ich stand verwundert auf, denn ich hatte sie nicht vor dem nächsten Tag erwartet. Sie stand vor dem Spiegel und sah traurig aus. "Marie, warum siehst du so traurig aus?", fragte ich sie und sie hob ihren Kopf an, um in etwa in meine Richtung zu schauen. "Ich habe gehört, dass der Verehrer von Klara ...
    morgen hierher kommt. Weitere Informationen über ihn sind damit hinfällig. Das heißt aber zugleich, dass meine Aussteuer und Mitgift nicht reichen wird. Das wollte ich euch nur sagen, damit ihr euch nicht wundert, wenn ich morgen nicht komme!" Marie sah weiterhin zu mir herauf und mehrere dicke Tränen rannen ihr über die Wangen. Ein Bild, was mein Herz erweichte. Fieberhaft dachte ich darüber nach, was ich für sie tun könnte. "Marie sei nicht traurig, das mag ich gar nicht gerne sehen. Mal sehen, was ich für dich tun kann. Es wird schon alles gut werden!" Ob Marie mir glaubte, konnte ich nicht erkennen. Sie nickte nur einmal, lief aber mit schnellen Schritten aus dem Raum. Das Letzte was ich von ihr hörte war, dass sie die Tür leise zumachte. Dann herrschte wieder Ruhe. Wieder machte ich mir Gedanken darüber, was wohl geschah, wenn wir morgen zusammentrafen. Auszuschließen war es nicht. Wenig später traf Klara wieder ein. Sie erzählte mir, dass ihre Eltern mich am nächsten Tag erwarten würden. So gesehen war Marie erstaunlich schnell informiert gewesen. Vielleicht war sie sogar während des Gesprächs anwesend gewesen oder die Wände hatten Ohren. "Und was sagt ihr über diese Nachricht?", fragte Klara und strahlte dabei über ihr ganzes Gesicht. "Es wird sicher interessant werden, ich hoffe nur, dass ich deinen Eltern genehm bin!" "Ihr seid in ihren Augen reich. Ihr könntet auf den Tisch steigen, schmutzige Lieder singen und euch dabei wie ein Schelm aufführen. Sie würden es euch ...
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