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Spieglein, Spieglein ...
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
unsicher zum Spiegel umsah. Sie wusste zwar nicht, ob ich gerade zusah, aber da es sein konnte, fühlte sie sich in ihrer Haut nicht wirklich sicher. An einem Tag war Klara von morgens an nicht da, denn sie hatte wie öfters, etwas zu erledigen. Was genau sagte sie mir nie, auch nicht wenn ich danach fragte. Es blieb ein Geheimnis, dass sie mit einem Lächeln überspielte. Marie kam in das Zimmer und stand wieder vor mir. Da Klara nicht da war, hatte ich nicht damit gerechnet und bekam es nur am Rande mit, als ich zufällig im selben Moment ins Schlafzimmer kam. "Hallo!", hörte ich und es klang etwas verzweifelt, als wenn es jemand schon mehrfach gesagt hatte, ohne eine entsprechende Antwort zu bekommen. Bei Marie klang es dringend, als wenn sie unbedingt mit mir sprechen wollte. Sie wollte sich gerade abwenden, als ich ihr antwortete. "Hallo Marie, was gibt es Neues?", fragte ich sie, denn ich konnte mir nicht vorstellen, was sie wollte. Sofort drehte sie sich wieder zu mir um. Man konnte sehen, dass ihr eine Art Stein von der Seele fiel, als sie mich hörte. So wie es aussah, wollte sie etwas Wichtiges erzählen und war jetzt froh darüber, dass ich da war. "Ich muss euch um Rat fragen!", kam es von ihr und ich war nicht darüber überrascht. "Was hast du denn?", frage ich zurück, den gerade darauf schien sie zu warten. "Ich weiß ja nicht, ob ihr es mitbekommen habt, aber Klara hat einen neuen Verlobten. Ich bin mir aber nicht sicher, ob er für sie gut ist. Niemand hat ihn bis jetzt ... gesehen, keiner weiß, wer er ist!" Ich musste grinsen, denn ich wusste es genau. Allerdings war ich mehr als gespannt darauf, was Marie überhaupt wollte. "Er macht großzügige Geschenke und auch dabei weiß keiner, woher sie kommen. Sie sind ein Vermögen wert. Vielleicht könnt ihr mir sagen, wer er ist. Immerhin seid ihr jeden Tag hier in ihrem Zimmer. Da muss euch doch etwas aufgefallen sein!" Ein übergroßes Grinsen überzog mein Gesicht und ich überlegte blitzartig, wie ich eine entsprechende Geschichte entwickeln konnte. Es würde sicher interessant werden. "Natürlich sehe und höre ich hier viel, aber ich behalte es natürlich für mich. Immerhin geht es niemanden anderes etwas an. Es ist sozusagen ein Geheimnis zwischen den beiden und mir. Also werde ich auch dir nichts darüber erzählen!" Marie machte einen Schmollmund, blieb aber trotzdem noch einen Moment stehen. Doch dann hellte sich ihr Gesicht etwa auf und sie sah wieder zuversichtlicher aus. "Aber vielleicht kann ich euch mit irgendwas von euerer Meinung abbringen, doch ein paar Einzelheiten zu verraten?" Dabei sah sie mich mit großen Augen an und es sah fast niedlich aus. Dem konnte ich nicht widerstehen. Also überlegte ich einen Moment und meinte dann: "Ich werde dein Angebot überdenken. Vielleicht fällt mir etwas ein, was mich interessieren könnte! Allerdings könntest du mir vorher noch verraten, warum du das eigentlich wissen möchtest?" Marie druckste etwas herum, aber als ich ihr sagte, dass ich ihr nichts verraten ...