1. Spieglein, Spieglein ...


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    würde, wenn sie es mit nicht sagt, kam sie mit der Sprache heraus. "Die Dame des Hauses, Klaras Mutter, Elisabeth, hat mich dazu befragt. Sie traut all dem nicht und ist unheimlich neugierig drauf. Immerhin ist ihr Favorit ausgestochen worden und das kann sie nicht verwinden. Außerdem interessiert es mich auch!" Daher wehte also der Wind. Eigentlich hätte ich es mir denken können. Marie wiederum hatte den großen Vorteil, dass sie um mich wusste, was Klaras Mutter nicht bekannt war. Ein Vorteil, den sie jetzt ausspielen konnte. Dabei fragte ich mich sehr, was für sie dabei heraussprang. Genau danach fragte ich sie jetzt. "Und was bekommst du für die Informationen? Du machst das doch nicht umsonst, so dumm wirst du nicht sein!" Wieder druckste sie herum und man konnte sehen, dass sie nicht wirklich mit der Antwort heraus wollte. Doch sie wusste, dass sie ohne eine Antwort sicher keine Informationen erhalten würde. "Ich habe jemanden kennengelernt, den ich gerne heiraten würde. Dafür ist meine Aussteuer und Mitgift aber nicht hoch genug. Die Frau des Hauses hat mir versprochen, diese soweit anzuheben, dass ich heiraten kann!" Eine wirklich logische Erklärung, es fügte sich nahtlos ineinander und ich war mir sicher, dass Marie viel zu naiv war, um sich etwas auszudenken, mich zu belügen. "Also gut, ich werden es mir überlegen. Komm morgen wieder, bis dahin habe ich mir überlegt, was ich von dir haben möchte!" Marie nickte nur einmal, drehte sich wortlos um und ging mit gesenktem ...
    Kopf in Richtung Tür. Wieder grinste ich in mich hinein, schüttelte einmal mit dem Kopf und überlegte, was ich haben wollte. Dabei fiel mir aber nicht viel ein. Noch nicht. Doch bis zum nächsten Tag hatte ich noch genug Zeit dafür. Gegen späten Nachmittag kam Klara wieder. Sie hatte ausgesprochen gute Laune und sang leise vor sich hin. Sie tat so, als wenn sie nichts von meiner Anwesenheit wusste. Leichten Schrittes tanzte sie durch ihr Zimmer, drehe sich immer wieder um die eigene Achse und lachte mehrfach befreit auf. Während ich ihr dabei zusah, fragte ich mich, ob ich ihr das von Marie erzählen sollte, kam aber zu dem Schluss, dass sie nicht alles wissen musste. Wir waren nicht verheiratet und selbst dann wäre es nicht ausgeschlossen, kleine Geheimnisse voreinander zu haben. Irgendwann wollte ich doch wissen, warum Klara eine so gute Laune hatte. Nachdem ich sie angesprochen hatte, drehte sie sich zu mir herum. "Wisst ihr, ich habe mich einmal umgehört, ob es hier in der Nähe eine angemessene Unterkunft für euch geben würde. Ratet mal, was ich gefunden habe?" "Na?", meinte ich und wusste schon in etwa, was dabei herauskommen würde. "Nur drei Häuser weiter steht eines zum Verkauf. Bei dem, was ihr bereits Vater geschenkt habt, wäre es für euch nicht schwer, die Zahlungen zu tätigen. Was meint ihr also?" Ich überlegte einen Moment und war mir nicht schlüssig. Immerhin kam es doch etwas schnell und ich hatte vorgehabt, alles langsamer angehen zu lassen. Da ich nicht gleich ...
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