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Weihnachten zu dritt Teil 11
Datum: 05.10.2017, Kategorien: Hardcore,
Ihr Kopf war schwer, sehr schwer. Auch wenn es ihr Mühe machte, sich aus dem Bett zu schälen, stand sie wenige Minuten später wackelig auf den Beinen. Sie wusste, dass die nächste Stunde zwar grausam wurde, aber danach würde es ihr besser gehen. Stall, dann ein kräftiges Frühstück mit schwarzem Kaffee, Rührei und Speck. Heinrich hatte es angerichtet und sah ihr zu, wie sie mit mehr oder weniger Appetit davon aß. Es hatte ihr alles schon besser geschmeckt und von daher konnte sie kein Lob darüber hervorbringen. Heinrich hatte keine Schuld deswegen, denn er konnte nichts dafür, dass sie zu viel getrunken hatte. Er sah sie mit einer Mischung aus Mitleid und Belustigung an. Da Angela in diesem Moment noch nicht gut drauf war, streckte sie ihm ihre Zunge entgegen. Es änderte nichts daran, dass er ein amüsiertes Gesicht machte. Im Gegenteil. Seine Mundwinkel verzogen sich noch weiter nach oben und seine Augen strahlten. Dabei hatte er am Abend auch viel getrunken. Warum es ihm nichts ausmachte, konnte sich Angela nicht erklären und empfand es als ungerechte Strafe ihr gegenüber. „Du sagtest, es wäre ein Jul-Fest gewesen!“, sagte Angela auf einmal, da ihr die andauernde Stille auf die Nerven ging, „Was ist das?“ Heinrich sah sie einen Moment an, erklärte dann: „Eigentlich ein keltisches Fest. Es wird immer zur Wintersonnenwende gefeiert und symbolisiert den Wechsel der Jahreszeit zum Frühling hin. Die Tage werden ab dann wieder länger und man gedenkt der Erneuerung des Lebens. Man ... besinnt sich auf die Regeneration der Erde, die sich in dieser Zeit neue Kraft für das Kommende holt. Dies ist auch der Grund, warum man früher Weihnachten auf den Tag der Wintersonnenwende legte. Die Kirche versuchte damit, das Gedenken an dieses heidnische Fest zu überlagern. Genauso wie man es zum Beispiel mit Ostern tat. Christus wurde nicht im Dezember geboren, das wusste man auch, aber es passte gut ins Bild. Nun wirst du sagen, dass doch Heiligabend und Weihnachten gar nicht mehr zur Wintersonnenwende gefeiert werden. Das ist richtig, denn durch die Reformierung des gregorianischen Kalenders wurde das Fest auf den 24-26 Dezember verschoben. Zu der Zeit war das Jul-Fest längst aus dem kollektiven Gedächtnis der Menschen getilgt worden. So gesehen hatten die Kirchenväter ganze Arbeit geleistet und der Gedanke dahinter ging auf. Hier im ländlichen ist dieser Glaube oder Brauch, je nachdem wie man es meint, erhalten geblieben. Wir haben es uns zueigen gemacht und feiern deshalb jedes Jahr dieses Fest. Es hat sich eingebürgert und die Leute aus der Nachbarschaft, die es zuvor eher im familiären Kreis gefeiert haben, nehmen es zum Anlass, sich zu treffen und zusammenzukommen. Ist also noch keine lange Tradition, aber so wie ich es sehe, wird es eine werden. Warum auch nicht. Es macht Spaß und um ehrlich zu sein, es ist auch ein wenig spiritistisch. Vielleicht hast du selber etwas dabei gespürt!“ Angela dachte darüber nach und ihr kam die Stimmung in den Sinn, die sie um den ...