1. Samira Teil 1


    Datum: 18.08.2017, Kategorien: Hardcore,

    Stöpsel im Ohr und hörten nichts mehr. Oft hatte ich mich gefragt, warum diesen Menschen nicht das Gehen verboten wurde, besonders wenn sie gleichzeitig beide Tätigkeiten ausführten. Blind und taub zugleich. Keine Kombination, die im öffentlichen Straßenverkehr von Vorteil war. „Ich würde lieber die Natur beobachten!“, meinte ich zu ihr: „Leider habe ich da wenig Zeit für. Ich schreibe gerade einen Roman, der fertig werden muss. Da hier draußen die Luft besser ist, bin ich hier hergegangen, um es mir angenehmer zu machen. Außerdem inspiriert mich die Umgebung, baue einiges davon mit in die Handlung ein!“ „Hmmmmm!“, machte sie und sah mich interessiert an. „Komme ich drin vor?“ „Eigentlich nicht. Eher die Umgebung. Die Bäume, die Wiese da hinten und die anderen Sinneseindrücke, die ich hier erlebe. Der Geruch der Erde, das Rauschen des Windes in den Bäumen, die anderen Laute im Hintergrund. Das baue ich mit ein!“ „Schade!“, meinte sie und man konnte anhand des Untertons erkennen, dass sie enttäusche, war. „Möchtest du denn gerne in dem Roman vorkommen?“, fragte ich sie, obwohl ich nicht wusste, wo ich sie einbauen könnte. Ihr Gesicht hellte sich sofort auf und ein feines Lächeln, zog ihre Mundwinkel nach oben. „Das wäre schön. Andere Leute kommen in die Zeitung, ich in ein Buch. Das können wenige von sich behaupten. Darf ich zuschauen?“ Sofort überschlugen sich meine Gedanken und ich überlegte blitzschnell, wie ich sie mit in die Story einbauen konnte. Es fiel mir nicht viel ...
    dazu ein, aber es würde gehen. Also nickte ich und sie rutschte näher an mich heran, saß wenige Augenblicke später direkt neben mir und starrte auf den Bildschirm. Ich habe schon woanders geschrieben, aber noch niemals hatte jemand dabei zugesehen. Einen Situation, die ich nicht kannte und auch nicht mochte. Es machte mich nervös, was man daran erkennen konnte, dass ich mich die nächsten Sätze mehrfach verschrieb. Immer wieder musste ich etwas löschen oder korrigieren. Doch je länger sie neben mir saß, umso besser ging es. Irgendwann kam ich an eine Stelle, an der ich sie mit in die Story einbauen konnte. „Ach ja, wie heißt du eigentlich?“, fragte ich sie und sah zur Seite und damit sie an. „Samira!“, kam zur Antwort, während auch sie mich anblickte. „Schöner Name, sehr klangvoll. Scheint nicht von hier zu kommen. Orientalisch?“ „Ja, kommt aus dem Arabischen. Meine Familie kommt daher!“ „Du siehst nicht gerade aus wie ein typischer Vertreter aus dieser Ecke der Welt aus!“ „Kommt darauf an, aus welcher Ecke man stammt und welcher ethnischer Gruppe man angehört.“ Da hatte sie recht. Der arabische Raum war groß und hatte viele, auch sehr kleine Volksgruppen. Da waren selbst rote Haare nicht selten vertreten. Damit war das geklärt. Dabei spielte es eigentlich keine Rolle, wie sie hieß. Die kleine Rolle in meiner Geschichte bedurfte keines Namens. Ich schrieb, wie sie an mir vorbei gegangen war und stolperte, genauso wie es gewesen war. Mehr eine Art Lückenfüller, um der Story eine ...
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