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Samira Teil 1
Datum: 18.08.2017, Kategorien: Hardcore,
ich dort, als ich der Meinung war, etwas zu essen. Ich war mit meinem Text ein kleines Stück weitergekommen und damit zufrieden. Die frische Luft und die Umgebung waren inspirierend. Gleichzeitig machten sie Hunger. Ich kramte in meiner Tasche, holte einen Snack heraus und biss herzhaft hinein. Just in diesem Moment kam Samira ein weiteres Mal in meine Sicht. Ich erkannte sie sofort, denn eine solche Person vergisst man nicht innerhalb kurzer Zeit. Ich ließ meinen Arm mit dem Essen sinken, machte ein nachdenkliches Gesicht und kaute auf dem Stück herum, welches ich gerade abgebissen hatte. Dabei beobachtete ich sie aus dem Augenwinkel, tat aber, als wenn ich sie nicht wahrnehmen würde. Sie war gerade vor mir angekommen, als sie erneut stolperte, dabei war es nicht dieselbe Stelle wie am Tag zuvor. Ich konnte einen leisen Schrei hören, während sie es gerade noch schaffte, ihre Gleichgewicht zu halten, um nicht zu fallen. Kaum stand sie wieder auf festen Beinen, sah sie mich für einen kurzen Augenblick eindringlich an, was mir sofort in Erinnerung blieb. Sie hatte jadegrüne Augen, die mir direkt in die Seele zu schauen schienen. Stechend, fordernd, zugleich auch weich, etwas was ich zuvor noch nicht gesehen hatte. Man konnte sich in diesen Augen verlieren, darin ertrinken. Als sie nach wenigen Augenblicken wegschaute, war es, als wenn ich aus einem Bann entlassen worden war. Erst jetzt konnte ich mich von ihrem Blick lösten und klar denken. Samira ging weiter, drehte sich ... jedoch noch einmal um und sah ein weiteres Mal nach mir. Wenig später verschwand sie hinter der nächsten Biegung. Erst jetzt erinnerte ich mich daran, dass ich etwas essen wollte, und schluckte den wässrigen Brei herunter, den ich noch immer im Mund hatte. Den Rest meiner Lebensmittel verspeiste ich gedankenvoll, während ich an ihre Augen denken musste. Weiterschreiben konnte ich nicht mehr, meine Gedanken waren woanders und ich konnte mich nicht mehr konzentrieren. Selbst als ich später Zuhause war, ging sie mir nicht mehr aus dem Kopf. Immer wieder schob sich ihr Bild vor meine Augen und ließ mich innerlich erschauern. Warum konnte ich nicht genau sagen, sie hatte mir nichts getan. Zwei Mal hatte ich sie bereits gesehen, und wenn ich darüber nachdachte, war es beide Male zur selben Zeit gewesen. Irgendwie war ich neugierig geworden, vielleicht wollte ich auch noch einmal ihre Augen sehen. Im Nachhinein kann es nicht mehr sagen. Da das Wetter stabil war und ich nichts Besseres zu tun hatte, ging ich auch am nächsten Tag in den Park, war darüber begeistert, dass die Bank wieder verweist war, legte die Kissen erneut darauf und setzte mich wartend hin. Den Laptop hatte ich auch mit, schaltete ihn ein, er diente aber nur zur Tarnung. Ich wartete auf Samira, die es nicht gleich mitbekommen sollte, sofern sie überhaupt kam. Es sollte nicht aussehen, als wenn ich es auf sie abgesehen hatte. Seltsam war, dass mein Herz anfing zu pochen, als sie tatsächlich um die Ecke kam. Sie sah mich ...