1. Lisa - Fluch oder Segen Kapitel 9 und 10


    Datum: 09.05.2017, Kategorien: Hardcore,

    und zog mich aus. Auch jetzt schlief ich nackt wie immer, denn ich sah es nicht ein, wegen Lisa diese Angewohnheit zu ändern. Einmal davon abgesehen, dass ich nicht mehr schlafen konnte, wenn ich in einen Pyjama oder Ähnlichem eingewickelt war. Es schnürte mir das Atmen ab. Ich war davon ausgegangen, dass Lisa schlief, aber da hatte ich mich getäuscht. Als ich unter die Decke schlüpfen wollte, konnte ich ihre großen, offenen Augen sehen, die mich aufmerksam beobachteten. Kaum hatte ich mich zugedeckt und das Licht gelöscht, hörte ich Lisas Stimme. „Onkel Ingo, ich kann nicht schlafen!“ Ich verdrehte die Augen, denn ich war müde, und wenn ich etwas nicht hören wollte, dann das. Ruhe war angesagt und eigentlich wollte ich nicht mehr darauf antworten, aber Lisa ließ es nicht zu.„Hast du gehört!“, kam es lauter mit einem quengelnden Ton, „Ich kann nicht schlafen!“Es war mir klar, dass es nichts bringen würde, nicht zu antworten, darum meinte ich etwas barsch zu Lisa: „Mach die Augen zu und zähle Scharfe!“ „Habe ich gemacht, bringt nichts. Die Viecher sehen alle gleich aus und ich musste schon mehrmals von vorne anfangen, denn ich habe mich mehrmals verzählt!“ In der Dunkelheit des Raums verdrehte ich die Augen, denn ich wollte meine Ruhe, meinen Schlaf haben. „Und was meinst du, was man dagegen tun kann?“, kam von mir, wobei ich mich selber hätte ohrfeigen können. Eine Frage, die es in sich hatte. Sie war auf viele Arten und Weisen deutbar, aber zum Glück entschied sich Lisa zu ...
    etwas anderem. „Kannst du mir etwas vorlesen?“ Um ehrlich zu sein, hatte ich mit vielem gerechnet, aber damit nicht. Als sie klein gewesen war, hatte ich es öfters gemacht, aber das war nach meiner Ansicht Millionen Jahre her und es kam mir seltsam vor. „Was möchtest du denn gerne vorgelesen haben!“, entschied ich zu antworten, denn damit spielte ich den Ball zurück und hoffte, dass Lisa nichts Intelligentes einfiel. Doch da hatte ich mich getäuscht. Wahrscheinlich hatte sie lange darüber nachgedacht, vielleicht erst hier im Schlafzimmer, wahrscheinlich wesentlich länger. „Was hältst du davon, mir aus dem Märchenbuch vorzulesen, dass du früher genommen hast?“ Jetzt wurde es mehr als seltsam. Darauf wäre ich niemals gekommen. Aber warum nicht. Schon lange hatte ich mir vorgenommen, die Märchen noch einmal zu lesen, denn sie waren anderes als die, die man kannte. Keine Brüder Grimm, kein Andersen. Im Buch war eine Sammlung von Märchen der Welt. Sie stammten von vielen Völkern und waren ein Sammelsurium von fremdartigen Gedanken, Sehnsüchten und Ängsten. Teilweise vollkommen andere Welten als die, die man kannte. Da ich wusste, dass Lisa keine Ruhe gegen würde, wenn sie nicht bekam, was sie wollte, machte ich das Licht an, kletterte ungelenk aus dem Bett und tappte in mein Arbeitszimmer. Hier fand ich es schnell im Bücherregal und nahm es mit ins Schlafzimmer. Kaum lag ich im Bett, rückte Lisa auf einmal auf meine Seite, legte ihren Kopf auf meinen Bauch, griff nach einer meiner ...
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