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Lisa, Fluch oder Segen
Datum: 29.03.2017, Kategorien: 1 auf 1,
Füße im kalten Wasser. Wenn man sich erst an die Temperatur gewöhnt hatte, tat es richtig gut. Übermütig patschten wir später stark hinein, ließen das Wasser aufspritzen und bekamen davon eine kühle Dusche. Ausgelassen gingen wir weiter, hielten die Schuhe in der freien Hand. Erst nach einer halben Stunde machten wir kehrt. Der Weg endete im Nirgendwo und wir sahen keine andere Möglichkeit, weiterzukommen. Außerdem waren wir weit genug gelaufen und es reichte. Auf dem Rückweg zogen wir unsere Schuhe an, hielten uns weiterhin an den Händen, schleuderten diese übermütig vor und zurück. Lisa lachte, machte einen gelösten Eindruck und auch mir war leicht zumute. Wir lösten uns erst voneinander, als wir am Auto ankamen. Doch kaum saß ich darin, fanden sich unsere Hände erneut, obwohl es beim Schalten störte. Die Leichtigkeit, die wir verspürt hatten, nahmen wir mit nach Hause. Im Haus angekommen, war Lisa noch genauso beschwingt, wie beim Spaziergang. Sie hüpfte durch den Flur ins Gästezimmer und kam mit dem Bilderbuch heraus. Sie grinste mich an und öffnete es. "Weil wir gerade gut drauf sind, wollen wir uns das nächste Bild anschauen. Was hältst du davon? Haben wir schon lange nicht mehr gemacht. Was es wohl zeigt?" Ich war etwas perplex, denn damit hatte ich nicht gerechnet, fühlte mich von ihr überfahren. Ob Lisa es gerade eingefallen war oder ob sie geplant vorging, konnte ich nicht sagen. Beides war möglich, überhaupt war es mir nicht möglich, sie zu durchschauen. "Ah ... ha!", kam von ihr, als sie die entsprechende Seite aufschlug. Sie stand dabei im Flur und legte ihren Kopf schief. "Sehr interessant. Könnte man machen. Willst du es sehen?" Natürlich wollte ich es sehen. Also trat ich neben sie. Ich hatte mit vielem gerechnet, aber nicht damit, was ich zu sehen bekam. Lisa sah mich an und musste laut lachen, als sie mein Gesicht sah. Es musste wirklich dumm ausgesehen haben. Ich sah sie an und musste ebenfalls befreit lachen. Auf dem Bild war ein großer Teller zu sehen, auf dem ein großer Haufen Giros aufgetürmt war."Nach diesem langen Tag und Spaziergang musst du ebenfalls Hunger haben. Ich könnte mir das schmecken lassen. Habe einfach keine Lust auf ein Brot zum Abend. Also lädst du mich dazu ein?" Nichts lieber als das. Immerhin hatte ich ebenfalls Hunger, nachdem sich bei mir die Spannung gelöst hatte, die Lisa mit dem Buch in mir erzeugt hatte. Beide zogen wir uns um und ich rief bei einem Griechen in der Nähe an, bestellte uns einen Tisch. Das Restaurant war zum Glück mehr oder weniger um die Ecke. Daher konnten wir laufen, was Lisa nach der vielen Bewegung nicht gut fand. Allerdings machte ich ihr klar, dass wir beide etwas trinken würden. Das sah sie ein und murrte nicht mehr herum. Eine Stunde später saßen wir im Restaurant und studierten die Karte. Eigentlich brauchte ich das nicht, denn meine Wahl war beim Griechen dieselbe. Einen einfachen, großen Teller Giros mit Pommes. Mehr brauchte ich nicht. Wenn das Fleisch dann noch knusprig ...