1. Lisa, Fluch oder Segen


    Datum: 29.03.2017, Kategorien: 1 auf 1,

    ungelenk aus dem Bett und tappte in mein Arbeitszimmer. Hier fand ich es schnell im Bücherregal und nahm es mit ins Schlafzimmer. Kaum lag ich im Bett, rückte Lisa auf einmal auf meine Seite, legte ihren Kopf auf meinen Bauch, griff nach einer meiner Hände und legte sie an ihren Kopf. Mir war klar, was sie wollte und musste grinsen. Während ich mit der freien Hand das Buch aufschlug, begann ich sie am Kopf zu kraulen und die empfindliche Haut zu massieren. Als Antwort kam von Lisa ein leises Knurren des Wohlbefindens. Wenige Sekunden später las ich Lisa vor. Dabei konnte ich mich nicht an jedes der Märchen erinnern, die ich vorlas, denn einige hatte ich ausgespart, als ich Lisa früher vorlas. Sie waren nichts für kleine Mädchen gewesen. Jetzt spielte es keine Rolle mehr. Die Märchen waren nicht lang, nicht mehr als ein paar Seiten. Schon nach der Vierten konnte ich hören und fühlen, dass Lisa eingeschlafen war. Also legte ich das Buch weg, löschte das Licht und kraulte Lisas Kopf noch eine Weile weiter, während ich ebenfalls meine Augen schloss. Doch nicht mehr lange, denn auch ich schlief wenig später ein. Kapitel 11 Am nächsten Tag hatte ich viel zu tun, Lisa ebenfalls, zumindest ging ich davon aus, denn ich sah sie den ganzen Tag nicht. Als ich aufwachte, war sie verschwunden, hatte mir nicht gesagt oder aufgeschrieben, wo sie hingegangen war. Im Haus war sie nicht mehr. Umso besser für mich. Endlich konnte ich mich mehr auf mich selber konzentrieren, was mir gut tat. ...
    Mir gelang es sogar, Lisa für Stunden aus meinem Gedächtnis zu treiben, was mir lange nicht mehr geglückt war. Erst gegen Abend kam Lisa zurück. Was ich zuvor nicht bemerkt hatte, war, dass sie ihre große Tasche mitgenommen hatte, die jetzt prall gefüllt war."Ich musste noch ein paar Sachen holen!", meinte Lisa trocken und ging mit einem Lächeln im Gesicht an mir vorbei ins Schlafzimmer. Neugierig folgte ich ihr ein paar Minuten später, denn ich hörte sie dort mit sich selber sprechen. Die Tasche stand geöffnet auf dem Bett und Lisa war dabei, es in meinen Schrank einzuräumen. Da er teilweise von mir belegt war, musste sie meine Sachen zuvor ausräumen. Genau das tat sie mit einer erstaunlichen Selbstverständlichkeit. Während ihr Stapel und damit die Tasche an Volumen abnahm, wurde der Turm meiner Sachen auf dem Bett immer höher. "Sag mal!", begann ich und Lisa schrak zusammen, denn sie hatte mich vorher nicht bemerkt, "du hättest mir etwas sagen können, bevor du damit angefangen bist!" "Warum? Sind doch alles alte Klamotten von dir, die du nicht mehr trägst!", kam zurück und Lisa machte weiter, als wenn nichts gewesen wäre. "Das spielt doch keine Rolle ob alt oder nicht. Du kannst hier nicht einfach alles machen, was dir gefällt. Trotz allem gibt es Regeln!" Lisa drehte sich langsam zu mir um und starrte mich an, wobei sich ein feines Lächeln auf ihrem Mund breitmachte. "Natürlich gibt es Regeln und wer sich nicht daran hält, muss bestraft werden, das kennst du doch auch. Also ...
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