1. Lisa, Fluch oder Segen


    Datum: 29.03.2017, Kategorien: 1 auf 1,

    Strafe zu erdulden, die ich mir selber auferlege. Das muss sein. Es kann doch nicht jeder machen was er will, solange keiner hinschaut. Oder hat jemand, der über eine rote Ampel übersieht, nur deswegen keine Übertretung des Gesetzes begangen, weil ihn keiner dabei gesehen hat?" Ich bin kein Jurist, aber die Argumentation war richtig. Es gab nichts, was ich dem entgegensetzen konnte. Doch ich versuchte es trotzdem. "Wenn niemand dabei zu Schaden gekommen ist, finde ich, sieht das anders aus!" "Woher willst du wissen, dass keiner zu Schaden gekommen ist? Vielleicht habe ich dir ja damit geschadet, weil ich es nicht gemacht habe. Oder anders gesagt, dir ist deswegen etwas entgangen, was du vielleicht gerne gehabt hättest? Etwas nicht zu tun, kann auch strafbar sein. Wäre wie bei der Ersten Hilfe!" Mit Lisa zu diskutieren konnte anstrengend sein. Oftmals wusste ich nicht mehr weiter, konnte mich ihrer Argumentation nicht entziehen. Was sollte ich noch dagegen sagen. "Gut, wenn du es so siehst, dann hast du recht. Was schlägst du also vor, wie deine Strafe aussehen soll? Heute Abend ohne Essen ins Bett?" "Mach dich nicht lustig über mich. Ich meine es ernst!", kam von Lisa und es hörte sich bedrohlich an, wie sie es sagte. Es war ein lauernder Unterton vorhanden, den ich nur selten bei ihr gehört hatte."Was schlägst du vor?" "Hmmmm, darüber habe ich mir schon Gedanken gemacht. Also es muss etwas sein, was mir voraussichtlich nicht gefallen wird, sonst macht es keinen Sinn. Mir ...
    ist auch was eingefallen. Das werden wir nach dem Frühstück machen!" Irgendwie war ich gespannt darauf, was sie vorhatte. Sicher etwas, womit ich nicht gerechnet hatte. Kaum hatten wir den Tisch abgeräumt, verschwand Lisa. Ich atmete tief durch, denn es sah aus, als wenn sie es sich anders überlegt hätte. Aber da hatte ich mich getäuscht, denn auf einmal hörte ich sie rufen. "Ingo. Kommst du bitte. Ich bin soweit!" Woher sie mich gerufen hatte, konnte ich nicht sagen, aber da die Tür zum Gästezimmer aufstand, vermutete ich sie dort. Mit klopfendem Herzen ging ich auf die Tür zu und stand wenig später im Türrahmen. Lisa lag lang gestreckt auf dem Bett, hatte sich ein Kopfkissen unter den Oberkörper gelegt und den Kopf an die Wand angelehnt. Ihre Arme und Hände hatte sie unter ihren Körper geschoben. Die Decke war zurückgeschlagen und nur ihre Füße davon bedeckt. "Bitte tu mir einen Gefallen!", sagte sie auf einmal und ich wachte aus einer Kurzweiligen Gedankenleere auf. Ich hatte das Bild in mich aufgenommen, ohne darüber nachzudenken. "Was möchtest du denn?", kam von mir und ich war gespannt auf die Antwort. "Es ist ganz einfach. Du nimmst meine Decke und wickelst meinen Körper damit ein. Wenn ich mich nicht mehr bewegen kann, hast du es richtig gemacht!" Ich wusste nicht, wozu das alles gut sein sollte. Wenn sie es haben wollte, dann sollte sie es bekommen. Es war nicht einfach, doch nach einiger Zeit hatte ich sie eingewickelt und sie sah aus wie eine Mumie. Nur noch ihr Kopf ...
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