1. Eine andere Art Gewinn


    Datum: 29.08.2018, Kategorien: Berühmtheiten,

    Stapel auf meinen Wohnzimmertisch, nachdem ich die Werbung vernichtet habe, versteht sich ja von selbst. Erst eine Stunde später öffnete ich sorglos den Umschlag... warum auch nicht? Ich wartete schon eine weile auf ein paar Dokumente die ich bestellt hatte... und aus dem geöffneten Kuvert plumpste ein Schlüssel. Mit hochgezogener Augenbraue zog ich einen langweilig aussehenden Zettel hervor und klappte ihn auf. Sehr geehrter Herr Olbert, Wir, die Taff Redaktion und Leitung von Pro7 sind hocherfreut ihnen ihren Gewinn nun endlich zukommen zu lassen. Um es in Empfang zu nehmen gehen sie bitte in das Hotel Vierjahreszeiten in München. Der Schlüssel passt zu einem Schließfach. Viel Vergnügen! Ja servus... jetzt muss ich auch noch nach München fahren. Wehe der Preis haut mich nicht aus den Socken! Da sowieso Wochenende war, fuhr ich gleich Richtung München... wenn der Preis eine Verarsche sein sollte, könnte ich mich spätestens am Montag voller Wut an einen gesalzenen Brief setzen. Zwei Stunden... geschlagene zwei Stunden habe ich für diese Strecke gebraucht! Normalerweise brauche ich nur 45 Minuten bis München. Das Hotel zu finden war für jemanden wie mich auch nicht leichter... eine weitere Stunde vertrödelte ich durch reine Dummheit, weil ich im Kreis gefahren bin. Endlich im Hotel angekommen, ging ich zum Empfang herüber. Der Mann hinter dem Tresen sah mich gelangweilt an. „Willkommen im Hotel zu den Vierjahreszeiten. Wollen sie ein Zimmer mieten?“ Einen Moment wollte ich ...
    ihn an maulen und sagen: Nein... ich würde gerne eine Bombe legen, wo muss ich sie positionieren um den meisten Schaden anzurichten? Natürlich will ich ein Zimmer mieten! Doch gerade als ich den Mund öffnete viel mir ein, dass ich eigentlich ja wirklich keines mieten will... „Äh... nein. Ich suche die Schließfachnummer... 696.“ Ich hielt ihm den Schlüssel hin. „Dann sind sie der Gewinner! Ich wurde bereits informiert! Ich bringe die sofort den Inhalt! Einen Moment bitte, Herr Olbert!“ Ich muss es zugeben... ich fühlte mich irgendwie geschmeichelt. Also wartete ich die paar Minuten gelassen, was meinen Nerven mehr als gut tat. Der ältere Mann kam wieder angelaufen und reichte mir einen Dicken Umschlag. „Hier, bitte sehr! Ich wünsche viel Spaß und vergnügen, auch im Namen des Hotels, Pro7 und anderer Sponsoren dieses Preises!“ Ich nickte ihm leicht zu und wanderte zu einem Sitzplatz in der Eingangshalle. Dann wollen mir mal sehen...was haben wir den hier. Sofort war der Umschlag geöffnet und statt eines hübschen Geldbündels, einem dicken Diamanten, eine Eigentumserklärung für eine Villa oder irgend etwas anderes in dieser Art viel mir ein Fragebogen in die Hände. Ja... ein Fragebogen... ich hasse Fragebögen! Der Bogen schwang über meinen Kopf und klatschte mit voller Wucht auf den Tisch. Einige Minuten würdigte ich die Papiere keinen Blick und grummelte vor mich hin. Ach was solls... vielleicht wird es ja witzig. Meine Augenbrauen wanderten auf und ab, als ich die erste Seite ...