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Eigentlich wollte ich nur Zigarette
Datum: 14.07.2018, Kategorien: Erotische Verbindungen,
Großmutter mir zu viel Herzlichkeit zeigte. Hinter ihrem Rücken hatte sie mich immer gedemütigt, mir zu verstehen gegeben, dass ich in der Zeit, die ich im Haus meiner Oma zu Besuch bin, auf ihr Kommando zu hören hatte. Von ihrem Wohlwollen hing es ab, ob meine Sommerferien, während denen mich meine Eltern zur Oma steckten, schön oder schrecklich waren. Wenn Emma mir nicht gewogen war, dann musste ich das Holz für den Winter spalten, Gartenarbeiten verrichten oder den Schuppen aufräumen. Hatte ich mich so verhalten, dass sie zufrieden mit mir war, konnte ich mit meinem Großonkel ins Kino gehen oder ausgedehnte Spaziergänge unternehmen. Sie hatte einen deutlichen Bartansatz und die sprichwörtliche Warze auf der Nase, war für mich die Ausgeburt der Hexe, wie ich sie aus Hänsel und Gretel kannte. Anni war die Parallele dazu, die ich übers Jahr zu Hause hatte. Sie war die fleißigste und treueste Mitarbeiterin meiner Eltern, führte in deren Abwesenheit das Regiment im Haus, bevorzugt über mich. Wenn ich nicht tat, was sie wollte, verpfiff sie mich mit Dingen, die ich angestellt hatte, setzte meist noch eins drauf, um meine Lausbubenstreiche, zum echten Drama hochzuspielen und das Strafmaß meiner Mutter zu verdoppeln. Als ich sie eines Tages dabei beobachtet wie sie unserer Katze die Nase in ihren eigenen Kothaufen drückte, um dieser beizubringen, dass sie dieses Geschäft im Haus nicht mehr zu erledigen hat, beschoss ich, Anni nur noch zu hassen. Es blieb dabei. Ich zündete mir ... eine Zigarette an. Das Kribbeln in meinen Bauch hatte etwas nachgelassen. 'Es scheint gut zu sein, sich diese alten Bilder gelegentlich wieder hervorzuholen', dachte ich. Meine Angst hatte eine Vorgeschichte, die es immer noch galt, hinter mir zu lassen. Ich würde mit Charlotte einige Zeit benötigen, um frei von Angst mit ihr zusammen zu sein. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich ernsthaft den Vorsatz dieses Ziel auch zu erreichen. Ich trank noch eine Tasse Kaffee und machte mich dann auf den Weg zum Blumengeschäft. Wenn ich Charlotte besuchte, wollte ich ihr eine rote Rose mitbringen. An der Eingangstüre stand ich mit meiner Blume in Cellophan. Erst jetzt kam mir mein Auftritt von vorgestern wieder in den Sinn. 'Was wohl die Angestellten denken, wenn ich heute wieder in den Laden komme?' Ich war überzeugt, dass ich neben der Rose auch einen roten Kopf mit in die Verkaufsräume trage. Mit gedämpften Schritte näherte ich mich der Ladentheke, hinter der ein junger Mann stand und überlegte, wie ich nun nach Charlotte fragen sollte. Ist Frau Neuhaus, oder einfach, Charlotte, zu sprechen? Er nahm mir die Qual ab. Zwei Schritte vor ihm angekommen begrüßte er mich freundlich. "Guten Tag Herr Damm. Frau Neuhaus ist im Büro, soll ich ihr Bescheid geben, dass sie da sind, oder möchten sie gleich mitkommen?" "Ich komme gerne mit ihnen mit." Er brachte mich zu einer schweren Mahagonitüre und legte die Hand auf den Messinggriff. Bevor er diesen jedoch herunterdrückte, klopfte er an die ...