1. Yvonne


    Datum: 17.06.2018, Kategorien: Verführung,

    Er griente nur, "Es ist Wochenende und Montag ist auch noch ein Tag. Wollten Sie gerade was sagen?". Ich staunte, er war wirklich an meiner Antwort interessiert - ich der ihm nun wirklich nicht das Wasser reichen konnte, ich nahm alle meine Sinne zusammen. "Ich mache die Arbeit einfach sehr gerne, habe ein geregeltes Einkommen und verdiene sehr gut, das hätte ich als freie Künstlerin nicht, denn diese Sicherheit brauche ich. An den Wochenenden arbeite ich viel an meinen Projekten und habe Austausch im hiesigen Künstlerkreis. Das erfüllt mich und lässt mich den manchmal doch etwas eintönigen Alltag hier ein wenig vergessen.", mein Gott hatte ich das gerade wirklich gesagt? Verdammt, so eine coole und selbstbewußte Braut bin ich doch gar nicht. Frank wurde neugierig, "das hört sich interessant an, woran arbeiten Sie gerade?". Er wollte es anscheinend wirklich wissen. Ich erzählte ihm, dass mein großer Meister Raffael ist, der Raffael, wie ich in Rom seine Malereien in den Vatikanischen Museen genoß und in dem Bild "Die Schule von Athen" wahrhaft ertrunken bin, die Aufseher mich aus der Stanza della Segnatura hinausbitten mussten, als geschlossen wurde. Die verschiedenen Studien der Techniken, mich zwar viele interessierten und einige mir auch ganz gut lagen, so bin ich doch immer wieder der Ölmalerei treu geblieben und dies ist mein Medium, meine Wohnung mein Atelier ist und es ständig nach Farben und Terpentin riecht, ich immer auf das richtige Licht warte bevor ich beginne ...
    zu malen und es so schwierig ist, das richtige Licht zu beschreiben. Und so plapperte und plapperte ich munter darauf los, wie es sonst nicht meine Art ist, denn sonst hörte ich immer nur zu, denn niemand fragt mich so wie es mein Chef Frank Taringer an diesem Freitag tat. Er frug immer wieder nach, ließ sich verdeutlichen was ich genau meinte und frug insbesondere nach was ich den bevorzugt malen würde. "Akt, ist mein liebstes, dass was Rodin in Stein geformt hat, male ich in Öl.", sagte ich nur. Ich blickte auf die Uhr sie zeigte drei Uhr an. "Das kann doch nicht sein, ich erzähle seit zwei Stunden nur von mir und meiner Malerei, ich langweile Sie doch zu Tode Herr Taringer, es ist doch schon lange Feierabend!", ich packte mein BlackBerry in meine Handtasche. Frank schien bestürzt, "Nein, ganz im Gegenteil Frau Mensinger.", er blickte mir in die Augen. Ich ertrank in seinem Blick und ich sah wie er ein wenig unruhig wurde und ganz leise sagte, "es gibt wohl kaum jemand der Ihnen zuhört und ich bin dankbar darüber was Sie mir gerade erzählt haben. Auch freue ich mich dass meine Einschätzung zu Ihnen so zutreffend ist, ich wollte Sie dies schon so lange fragen, doch war mir nicht daran gelegen aufdringlich zu sein. Ich würde mich unsagbar freuen Ihre Arbeiten zu sehen, denn ich bin sehr kunstinteressiert, besuche viele Ausstellungen und lese viel. Leider habe ich nicht diese Fähigkeit, ich bin ein Mensch der Zahlen und ein Geschäftemacher, das zieht sich wie ein roter Faden ...
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