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London Calling 06
Datum: 24.02.2018, Kategorien: Erotische Verbindungen,
Ich sagte zu und folgte ihr durch das dunkle Treppenhaus, da wohl das Licht kaputt war und keiner sich verantwortlich fühlte, die Birne zu wechseln, wie sie mir erklärte. Ihre Wohnung war klein, aber recht nett eingerichtet, ein Schlafzimmer, in dem gerade mal ihre große Matratze auf der Erde Platz fand, ein Wohnzimmer mit einem Zweisitzersofa und einem Sessel, auf dem ich mich niederließ, ein Schreibtisch, vier große und vollgepackte Bücherregale. Der Couchtisch war aus Glas und hatte die Form einer Träne. Sophie brachte uns Tee und räkelte sich auf ihrem Sofa. Sie war Ende Zwanzig und lebte ihren Erzählungen zufolge auch bereits sechs Jahre in London, wo sie ihre Ausbildung an einer lokalen Schauspielschule absolviert hatte. „Also willst du mir Saras Geheimnis nicht verraten? Ich sage es auch bestimmt nicht weiter. Ich meine nur, es könnte mir helfen, sie besser zu verstehen und in ihren Charakter hineinzukommen, verstehst du?" Nun, eigentlich ... ihr „Problem" war ja nun auch nicht mehr aktuell. „Sie ... war Jungfrau. Tatsächlich hat sie erst in diesem Jahr diesen Status verloren." „Ah ... ich verstehe. Nun macht es viel mehr Sinn. Deshalb ... und, warst du es, der ..." „Schön wär's ja. Nein. Sie hat jetzt einen festen Freund, der aber gerade Abenteuertouristen durch Afrika kutschiert." „Wie grausam. Was für eine schreckliche Frau." Hm. Grausam? Vielleicht, aber zumindest nicht bewusst. „Grausam ist ein wenig zu stark. Und als schrecklich würde ich sie auch nicht ... bezeichnen. Manchmal einfach etwas unsensibel ... ich weiß nicht, wie ich das erklären soll ..." „Du liebst sie noch immer, nicht wahr?" Ja, natürlich tat ich das. Auch das war mir nach dem Whoop Whoop mit Maria überdeutlich klar geworden. „Irgendwie schon." „Du musst dich von ihr lösen, sonst wirst du nie glücklich werden." Einfacher gesagt als getan. Es wurde langsam spät. Ich trank meinen Tee aus. „Da hast du wohl Recht, aber das ist nicht ganz so einfach, wie du dir das denkst. Sie ist halt auch noch meine beste Freundin." „Trotzdem ..." „Ja, du hast natürlich Recht. Wie dem auch sei ... es ist spät und ich muss morgen früh zur Arbeit ..." „Bleib heut Nacht hier. Nicht alle Frauen sind wie sie, weißt du?" Oho? Sie lächelte verführerisch und spielte mit ihrem Haar. Diese Wendung kam aber erst einmal ein wenig zu überraschend für mich. Bisher hatte ich sie als Frau gar nicht richtig wahrgenommen, nur in Bezug auf die Rolle, die sie verkörperte. „Ich kann auch im Bett Sara spielen, wenn du willst." Das war so ziemlich das Letzte, was ich wollte. Wie war die denn drauf? „Das ist nicht nötig. Ich weiß nicht ... ich hab schlechte Erfahrungen mit Affären am Arbeitsplatz gemacht ... und das wäre es dann ja wohl." „Nein, es wäre Sex. Einmaliger Sex. Keine Affäre. Oder schläfst du nur mit Frauen, die du liebst?" „Das kann man so nicht sagen." Ich verstand mich in diesem Moment selbst nicht mehr. Da war eine attraktive Frau, die mir folgenlosen Sex anbot und ich zierte mich. Ich wurde wohl ...