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Spieglein, Spieglein ...
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
aber das tat sie nicht. Fasziniert wiederholte ich es, drückte noch einmal dagegen und erschrak fürchterlich, als das Glas nachgab und meine Hand hindurch rutschte. Ein wirklich seltsames Gefühl, ich konnte die Scheibe an meiner Haut entlang schrappen fühlen, schnitt mich aber nicht. Dabei sah ich um meinen Arm etwas, was wie flüssiges Quecksilber aussah. Es umschloss meinen Arm wie ein Ring, hinderte mich aber nicht daran, meinen Arm hin und her zu führen. Ohne es weiter zu beachten, griff ich nach der Kerze und drückte den Docht in das flüssige Wachs. Ein Schmerz durchzuckte mich, als ich die Hitze des Wachses an meinen Finger spürte, und zog meine Hand sofort wieder zurück. Mein Erstaunen war enorm. Was war dort gerade passiert. Fragen über Fragen explodierten in meinem Gehirn und ich wollte es nicht glauben. Doch das Wachs auf meinen Fingerkuppen erzählte eine ganz einfache Geschichte. Ich war mit meinem Arm in Klaras Welt gewesen. Wie das angehen konnte, war mir so rätselhaft, wie alles was mit dem Spiegel zusammenhing. Ich setzte mich erst einmal auf meinen Stuhl und wusste nicht, was ich als Nächstes tun sollte. Ich starrte nur vor mich hin und ging die neue Situation durch, die mir ganz andere Perspektiven bot. Zumindest eine, an die ich noch niemals zu denken gewagt hatte. Wenn ich meinen Arm hindurch stecken konnte, was war dann mit meinem restlichen Körper. War es sogar möglich ganz in Klaras Welt zu kommen. Eine Frage, die ich sicher noch erforschen würde. Aber ... nicht jetzt. Noch eine ganze Zeit lang blieb ich sitzen und spielte diverse Szenarien durch, was passieren könnte, wenn ich hinüber konnte. Was würde mich dort erwarten. Ich wusste es nicht. Klara schlief noch immer tief und fest. Ab und zu ging ihr Kopf etwas hin und her. Sie schien von irgendetwas zu träumen und sprach leise im Schlaf. Leider verstand ich es nicht, konnte es nicht einmal erahnen. Mit diesen Gedanken im Kopf ging ich selber zu Bett. Allerdings versicherte ich mich erst einmal, ob die andere Kerze entsprechend fest stand. Von ihr ging anscheinend keine Gefahr aus. Die Flamme leuchtete normal hoch, eher noch etwas geringer und zeigte keine Tendenz dazu, den Raum in Brand zu stecken. Also ließ ich sie so, wie sie war. Schlafen war nicht möglich. Zu viele Gedanken krochen in mein Gehirn und so fand ich nur schwer in den Schlaf. Dieser war auch nur von kurzer Dauer, und als ich wieder aufstand, was Klara noch nicht wach. Sie schlief weiterhin fest und friedlich. Also schleppte ich mich in die Küche, braute mir einen mehr als starken Kaffee und knabberte an einem schnell geschmierten Brot. Ich wusste genau, dass ich nicht wieder ins Bett gehen brauchte. Schlaf würde ich nicht mehr finden. Also schnappte ich mir mein Brot, nahm die Tasse mit und setze mich vor den Spiegel. Die andere Kerze hatte das gehalten, was sie versprochen hatte. Sie war nur ein wenig weiter heruntergebrannt und benahm sich so, wie es sich gehörte. Die andere musste einen Produktionsfehler ...