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Spieglein, Spieglein ...
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
erkennen konnte. Sie gähnte in einer Tour und steckte mich damit an. An diesem Abend würde es nichts mehr geben, da war ich mir sicher. Schon nach einer halben Stunde stand sie auf, wünschte mir eine gute Nacht und ging zu ihrem Bett herüber. Sie schlug die Decke beiseite und stieg in das hohe Bett. Dabei wunderte ich mich, dass überhaupt so schlafen konnte. Sie saß mehr als das sie lag, vielleicht hatte es den Sinn, die Haare nicht so durcheinander zu bekommen. Immerhin war es eine recht aufwendige Sache, die so hinzubekommen. Ich weiß nicht ob es gewollt von ihr war, aber sie hatte die Kerzen angelassen. Sie waren nicht sehr dick, würden aber noch lange brennen. Normalerweise konnte nichts passieren, sie standen in tiefen Tellern und wirkten sehr sicher. Doch auf einmal sah ich ein Flackern von der Seite. Ich stand auf und sah danach, was dort so flackerte. Es war die linke Kerze, die sich ein wenig neigte. Die Wachswand war gebrochen und das herausfließende Wachs sammelte sich auf dem Teller. Dieser wurde dadurch heiß und die ganze Kerze, begann sich langsam zu neigen. Fasziniert sah ich ihr dabei zu, sah, wie der Docht immer weiter freilag und die Flamme vergrößerte. Eine Situation, die sicher nicht besonders gut war. Ich sah zu Klara herüber, aber die schlief tief und fest, bekam nicht mit, was sich dort gerade abspielte. Es wurde immer gefährlicher. Die Kerze neigte sich stärker in meine Richtung und die Flamme war recht hoch. Wenn sie so weitermachte, konnte es ... passieren, dass sie sich soweit neigte, dass sie sicher an den Rahmen des Spiegels kam. Keine gute Idee, immerhin bestand der aus Holz, davon ging ich jedenfalls aus. Stand er erst einmal in Flammen, war es sicher um ihn geschehen. Ob ich dann noch den Vorzug hatte, durch ihn hindurchschauen zu können, war zweifelhaft. Außerdem waren die Wände mit Brokat überzogen. Ein sicher leicht entzündliches Material. Es würde in Windeseile den Raum in Flammen aufgehen lassen. Ob Klara dies unbeschadet überleben würde, wusste ich nicht. Ich begann sie zu rufen, wollte die warnen, aber sie schlief zu fest. Lauter wurde ich, schrie zum Schluss, konnte sie aber anscheinend nicht erreichen. Mittlerweile neigte sich die Kerze so weit, dass es sicher nur noch eine Sache von Minuten war, bis sie Schaden anrichtete. Ich wusste nicht, was sich machen sollte. Das Übel kam immer näher und ich konnte nichts anders machen, als dabei zuzusehen. Aus Verzweiflung legte ich meine linke Hand auf die Oberfläche des Spiegels und vernahm wieder die Wärme und Vibrationen, die von ihm ausgingen. Doch dieses Mal drückte ich stärker dagegen und sofort nahmen die Vibrationen zu. Obwohl ich fast in Panik geraten war, nahm ich es sehr gut wahr, wunderte mich ein wenig darüber und drückte noch etwas fester zu. Auf einmal hörte ich ein knirschendes Geräusch. Es hörte sich an, als wenn man auf zu dünnem Eis lief. Zuerst war ich erschrocken, sah mir das Glas an denn ich hatte geglaubt, dass die Scheibe kaputt gehen würde, ...