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Spieglein, Spieglein ...
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
aufgrund des Wassers und der Vibrationen durch dein Treffer, dann konnte ich wieder normal sehen. Nicht ein Kratzer war zu erkennen. Klara und ihr Vater standen vor mir und konnten es nicht glauben. Besonders Klaras Vater nicht. Aus angestauter Wut krachte jetzt der Knüppel immer wieder gegen die Scheibe, aber sie hielt wie zuvor. Er konnte ihr nichts anhaben. Währenddessen sah ich weiter hinten eine Bewegung. Marie kletterte aus dem Bett und versuchte sich aus dem Staub zu machen. Sie sah nur noch einmal panisch in meine Richtung und wollte aus dem Zimmer rennen. Doch diese Bewegung sah Klara aus dem Augenwinkel. Ihr Zorn war ungemein angestiegen und ließ sie nicht mehr rationell denken. Sie rannte hinter Marie her, die inzwischen den Raum verlassen hatte. Dann hörte ich beide schreien. Keine Minute später zerrte Klara Marie an den Haaren hinter sich her. Marie war Klara körperlich vollkommen unterlegen und hatte ihren Kräften nichts entgegen zu setzten. Sie schrie vor Schmerz, als Klara sie vor den Spiegel schleppte. Hier drehte sie Marie so hin, dass sie mit der Vorderseite vor mir stand. Ihr liefen die Tränen herunter, konnte nicht verstehen, wie ihr geschah. "Schau genau zu, jetzt werden wir an der Kleinen ein Exempel statuieren. Ihr steckt doch sicher unter einer Decke und wenn nicht, wird des dir wenigstens eine Lehre sein, mich und meine Familie zu hintergehen. Sie wird das bekommen, was für dich gedacht war!" Sie nickte ihrem Vater und dieser hob den Knüppel. ... Drohend hing er über Maries Kopf und würde in wenigen Sekunden heruntersausen. Da Klaras Vater aber anscheinend die Qualen erhöhen wollte, begann er hämisch zu grinsen und ließ das Holz erst einmal knapp an Marie vorbei sausen. Jetzt musste mir etwa innerhalb von wenigen Sekunden einfallen. Ich konnte Marie nicht ihrem Schicksal überlassen, dafür hatte sie mir zu lange vertraut. Auch konnte ich nicht erneut durch den Spiegel gehen. Ich hätte es nicht überlebt, auch konnte ich mich nicht mehr bewaffnen, dafür fehlte die Zeit. Stattdessen fiel mir etwa ganz anderes ein. So laut wie möglich schrie ich in Maries Richtung, damit sie mich sofort verstand: "Marie, hör mir gut zu!" Marie stand unter gewaltigem Stress verstand mich aber anscheinend, denn sie nickte einmal kurz. "Willst du den Spiegel kaufen, sag ja und komm zu mir!" Marie wusste nicht genau, was ich damit sagen wollte, aber sie sagte wie in Trance ja und trat einfach einen Schritt vor. Ihre eine Hand erschien auf meiner Seite, die ich sofort packte, und zog kräftig an ihr. Sofort stolperte sie und kam mit Schwung auf meine Seite herüber. Damit hatten die beiden nicht gerechnet. Sie verstanden nicht, wie das passieren konnte. Mir war nur eingefallen, dass ich als Käufer des Spiegels durch ihn hindurchgehen konnte, sonst niemand. Wenn es bei mir funktionierte, warum nicht auch anders herum. Bezahlen musste sie nicht, das hatte der alte Mann vom Flohmarkt auch nicht getan. Meine Hoffnung hatte sich erfüllt. Wir hielten uns ...