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Spieglein, Spieglein ...
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
dabei war, zu explodieren. Er war nicht schnell, grinste sogar auf einmal und sagte mit einer leisen, aber gefährlichen Stimme: "So Herr Christoph, dafür werdet ihr mir büßen. Keiner vergeht sich an meiner Tochter, ohne dafür zu bezahlen. Hier kommt ihr nicht mehr lebend heraus!" Als er das sagte, schrie Marie ängstlich auf, während Klara mit fiebrig glänzenden Augen im Bett saß, sich ihre Decke über die Blöße zog und nur beobachtete. Ihr stand die Mordlust geradezu ins Gesicht geschrieben. "Um etwas Zeit zu gewinnen und Klaras Vater aus der Reserve zu locken sagte ich zu ihm: "Bezahlen für Klara? Ich würde mal sagen, dass zwei Silberstücke dafür reichen würden. Sie ist nicht mehr wert!" Damit reizte ich ihn ungemein, er schnaubte und mir war klar, dass ich ihn damit mehr als beleidigt hatte. Sicher hatte ich seine Tochter gerade auf die Stufe einer Dirne gebracht, wenn nicht sogar noch tiefer. Körperlich waren wir in etwa gleich. Nur hatte Klaras Vater den Knüppel und sah so aus, als wenn er damit umgehen konnte. Er ließ ihn mehrmals durch die Luft sausen, was ein fieses Geräusch erzeugte. Langsam versuchte ich ihm an der Wand entlang zu entkommen, dabei spürte ich die kalte Mauer in meinem Rücken. Ich musste ihm irgendwie entkommen und ich wusste auch schon wie. Immer näher kam ich dem Spiegel, wobei ich froh darüber war, dass Klara meine Absicht nicht gleich erkannte. Sie war sicher noch benebelt vom Alkohol. Ich atmete fast auf, als ich mit der Seite gegen den einen ... Beistelltisch stieß. Ich umrundete ihn und stand kurz davor vor dem Spiegel. Hier trennten Klaras Vater und mich nur noch zwei Meter. Er hob den Knüppel zum entscheidenden Schlag, hörte dann aber seine Tochter schreien. "Nein!", schrie sie und meinte damit etwas anderes, als ihr Vater es deutete. Sie hatte endlich erkannt, was ich vorhatte. Als sich ihr Vater einmal kurz zu ihr umdrehte, ließ sich mich einfach nach hinten wegfallen. Nur zwei Sekunden später lag ich in meinem Schlafzimmer. Klaras Vater wirbelte geradewegs um sich herum, als er mein Verschwinden aus dem Augenwinkel wahrnahm. Er starrte ungläubig auf den Spiegel und wusste nicht, was er davon zu halten hätte. In diesem Moment sprang Klara auf und schnappte sich die Waschschüssel, die neben ihrem Bett stand. Sofort kam sie mit diesem schweren Stück Steingut auf den Spiegel zu und ich sah die Entschlossenheit auf ihrem Gesicht. Fast neben ihren Vater und keine zwei Meter vor mir schleuderte sie diesen in meine Richtung, wollte das Glas treffen. Jetzt hatte ich den Eindruck, als wenn sich alles in Zeitlupe abspielte. Die Schüssel kam auf mich zugeflogen und drehte sich dabei leicht. Unterwegs schwappte das Wasser in ihr herum, wäre auch ausgetreten, wenn es nicht die Naturgesetze daran gehindert hätte. Mit einem gewaltigen Krachen knallte die Schüssel gegen die Scheibe und zerbarst in tausend Teile, das Wasser klatschte dagegen und lief daran herunter. Zu meinem Erstaunen hielt die Scheibe, sie verschwamm nur kurzweilig ...