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Spieglein, Spieglein ...
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
und tat so, als wenn ich mir die Füße rieb. In dem Moment kam Elisabeth wieder herein. Sie trug einen kleinen Beutel mit sich und kam zum Tisch herüber. Hier öffnete sie diesen und zählte mir die entsprechenden Münzen vor, die wenig später einen kleinen Turm bildeten. Sofort stand ich auf und nahm den Stapel an mich, ohne noch einmal nachzuzählen. Mit einem Lächeln auf den Lippen sah ich Elisabeth an und konnte erkennen, dass sie um die Mundwinkel leicht zitterte. Wahrscheinlich schmeckte ihr das ganze überhaupt nicht, aber anders konnte sie nicht an die begehrte Ware kommen. Selbst jetzt machte sie sicher noch mehr Gewinn, als ich mir denken konnte, aber das störte mich nicht. Ich wollte an den großen Topf und nicht nur an ihre Honigdose, auch wenn es sehr angenehm war. Wenig später verließ ich das Haus und kam auf bekanntem Weg wieder hinein. In meinem Haus angekommen, sah ich mir die Münzen noch einmal an und lächelte. Alle Falschen würden nicht einmal die hälfte einer echten Münze kosten. Da brauchte man sich nicht fragen, wer das bessere Geschäft gemacht hatte. Am Nachmittag ging ich wieder zum Münzhändler und erkundigte mich nach den Replikaten. Er hatte alles in die Wege geleitet und erzählte mir, dass ich die bestellte Ware bereits am nächsten Tag abholen könnte. Sicher brannte ihm auf der Zunge, warum ich davon über zwanzig Kilo bestellt hatte, aber er wagte nicht, zu fragen. Gegen Abend kam Klara wieder in ihr Zimmer. Sie sah, wie fast immer sehr fröhlich aus und ... berichtet mir, das der Kauf des Hauses perfekt sei. Die Gewürze würden morgen verkauft werden. Von meinem Gewinn, würden das Haus bezahlt werden. Nach kauf ihrer Kleider würde trotzdem noch etwas übrig bleiben, was sie mir am nächsten Tag geben würde. Ich hörte es mir an und befand es für gut, zumindest sagte ich es ihr. Sie gähnte darüber hinaus mehrmals und entschuldigte sich für den Abend, denn wie war so müde, dass sie kaum noch stehen konnte. Sollte sie doch machen, mir war es im Moment gleich. Ihre Mutter hatte mir bereits mehr gegeben, als sie mir geben konnte. Klara war bereits früh am Morgen wach, was kein Wunder war, wenn man bedenkt, wie früh sie schlafen ging. An diesem Morgen erzählte sie mir, dass sie das Haus gründlich in Augenschein nehmen wollte, um es nach unseren Bedürfnissen einrichten zu können. Woher sie allerdings wusste, was meine Bedürfnisse waren, wusste ich nicht. Da sie meinte, dass ich nicht dabei sein müsste, ging ich davon aus, dass es das Haus gar nicht gab. Wahrscheinlich würde Klara zu ihrem Grafen gehen, um ihn bei Laune zu halten. Deswegen war sie wohl auch öfter länger weg. Ich musste wieder grinsen, als ich daran dachte. Klara war noch keine Stunde weg, als Marie vor dem Spiegel stand. Noch immer hatte ich nichts für sie und war auch froh darüber, dass ich sie wohl nur wenig mit in meine Pläne einspannen musste. Je weniger sie wusste, umso besser. Obwohl es nichts gab, stand Marie noch weiter vor dem Spiegel und schien etwas auf dem Herzen ...