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Spieglein, Spieglein ...
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
Marie noch anwesend war, konnte ich nicht sagen. Sie kam zwischendurch einmal kurz vorbei wie jeden Tag und erkundigt sich nach Herrn Christoph. Doch ich hatte im Moment nichts für sie zu tun. Also verschwand sie wieder, so schnell es ging. Immerhin hatte sie in dem Zimmer nichts zu suchen. Auf der anderen Seite würde sie mich nicht verraten, wenn sie mich im Haus antreffen würde. Als die Zeit gekommen war, stieg ich mit einem großen Beutel bewaffnet durch den Spiegel, öffnete das Fenster, stieg aber nicht hinaus. Stattdessen schlich ich mich durch das Haus bis zur Eingangstür, ohne dass mich jemand sah. Hier öffnete ich die Tür, schloss sie hinter mir und drehte mich wieder in ihre Richtung. Jetzt konnte ich offiziell klopfen und wartete darauf, dass man mir aufmachte. Wie gehofft war es die Hausherrin persönlich die mir öffnete. Sie sah mich fragend an, denn sie hatte nicht mit mir gerechnet. Doch ihr Blick wurde sofort weicher, als sie den Beutel an meiner Seite sah. Einige Flaschenhälse zeichneten sich durch den Stoff ab und zeigten ihr an, welche Ware ich mitgebracht hatte. Sofort öffnete sie mir die Tür und lud mich ein, einzutreten. "Kommt doch herein Herr Christoph. Mein Mann und Klara sind nicht da, aber wie ich sehe, wollen sie wahrscheinlich gar nicht zu ihnen!" Während sie das sagte, starrte sie auf den Beutel, der genau das enthielt, worauf sie aus war. "Nein, ich wollte zu ihnen. Ich habe ihnen etwas mitgebracht!" "Kommen sie mit, hier lässt es sich schlecht ... unterhalten!" Elisabeth ging vor und ich hinter ihr her. Wir gingen in den Raum, den ich schon kannte. Jener Raum, in dem die gemütlichen Möbel standen und der Kamin, der mir als Abhöreinrichtung gedient hatte. Ich sah ihn mir kurz an, als ich eintrat, ohne dass es Aufmerksamkeit erregte. Elisabeth setzte sich hin und ich trat an den Tisch. Hier holte ich eine Flasche nach der anderen heraus und stellte sie nacheinander auf denselben. Mehr als zwanzig Fläschchen standen wenig später dort sauber aufgereiht und Klaras Mutter machte große Augen. "Er hat sich also an das Rezept erinnert?", fragte sie nebenbei, wobei es eher eine rhetorische Frage war als eine wirkliche. Ich nickte und sie griff sich eines der Behältnisse aus der Mitte. Sie wollte anscheinend sichergehen, dass nicht nur im Ersten die entsprechende Waren war. Soviel Mistrauen war also vorhanden. Sie öffnete das Fläschchen und roch lange und genießerisch daran. Kurz darauf verdrehte sie die Augen und stelle das wieder verschlossene Behältnis auf den Tisch zurück. "Nun Herr Christoph, was verlangt ihr dieses Mal von mir?" Während sie dies sagte, stand sie auf und hob ihr Kleid an. Wieder hatte sie nichts darunter an, sondern zeigte sich vollkommen unverhüllt. "Könnte es euch gefallen, euch einmal mehr an mir zu beglücken?" Ich genoss die Situation. Immerhin bot sich mir gerade die erneute Möglichkeit, mit Klaras Mutter Spaß zu haben. "Wo ist euer Schlafzimmer?", fragte ich sie mit einem Ton, der sich relativ hart ...