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Spieglein, Spieglein ...
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
wenn ihr meinen Vorschlag für zu groß haltet, wird mir auch der Schal reichen, mit dem ihr meine Hände gebunden habt!" Nun war alles zu spät. Das hätte Klara nicht mehr sagen sollen. Ich konnte einfach nicht mehr, fachte meine Lachtirade mehr an, als zuvor. Nur noch sehr langsam konnte ich mich beruhigen. Mir standen die Tränen in den Augen und liefen mir über die Wangen. Zum Schluss zog ich meine Hose hoch, griff Klara unter die Schulter und hob sie vom Boden auf. Das war gar nicht so einfach, denn Klara waren vom langen Knien die Beine eingeschlafen. Also hob ich sie hoch, schüttelte mir die Hose von den Füßen und trug sie zu ihrem Bett hinüber. Hier legte ich sich ab und sah noch einmal zu ihr herunter. Mir bot sich ein Bild, was an Friedlichkeit kaum zu überbieten war. Klara sah so unschuldig aus, wie es nur ging. Dabei konnte man schnell übersehen, was sich hinter ihrer Stirn zusammenbraute. Da ich die Gewürzlieferung per Express bestellt hatte, kam die Lieferung schon am nächsten Tag. Die Pakete waren insgesamt so schwer, dass der Zusteller zweimal laufen musste. Allerdings konnte es auch daran liegen, dass er ein recht schmächtiges Kerlchen war. Mir war es gleich. Ich unterschrieb die Lieferpapiere und stand wenig später vor einem mehrfachen Lebensvorrat an Gewürzen. Ich musste sie noch auspacken und in entsprechende Behältnisse geben, damit ihre Herkunft nicht mehr erkennbar war. Als ich damit fertig war, roch mein ganzes Haus wie ein Lebkuchen, was sicher auch daran ... lang, dass eine Menge Kardamom dabei gewesen war. Da Klara nicht da war, türmte ich die frischen Waren in ihrem Zimmer auf und verschwand wieder. Was sollte ich auch noch dort. Ich hörte erst wieder etwas von Klara, als ich ihre rufende Stimme hörte. Ich ging ins Schlafzimmer zurück und sie stand vor dem Haufen. "Christoph!", sagte sie, als ich mich gemeldet hatte, "das wird wohl reichen, auch noch für ein Kleid mehr als gewünscht!", dabei setzte sie wieder ihre bezaubernde Schnute auf, die jedes Männerherz zum Schmelzen gebracht hätte. Da es in diesen Fall sowieso egal war, willigte ich ein und Klara versprach mir, sich bald wieder um mich zu kümmern. Immerhin etwas. Wenn es auch inzwischen etwas von Prostitution hatte. Auf der anderen Seite auch gut, da wusste man wenigstens vorher, was es einen kosten würde. "Ich werde mit Vater alles Weitere veranlassen. Vater und ich werden darum heute Nachmittag nicht da sein. Wir müssen zuerst die Gewürze verkaufen und kümmern uns dann um das Haus. Ich hoffe, dass es in eurem Sinne ist?" Ich bestätigte es und Klara sah richtig glücklich aus, war es wahrscheinlich auch. Dann drehte sie sich um und verschwand aus ihrem Zimmer. Wenig später erschien ihr Vater und holte die Waren ab. Er fragte nicht woher, oder wie sie in ihr Zimmer gekommen waren, es interessierte ihn nicht. Alleine der Gewinn zählte. Da stellt man keine Fragen. Jetzt wartete ich bis zum Nachmittag. Wollte sicher sein, dass Klara und ihr Vater nicht mehr im Haus waren. Ob ...