1. Spieglein, Spieglein ...


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    nicht erkannt und das war auch gut so. Zumindest hatte sich ihr Blick nicht verändert, als sie mich angesehn hatte. Mir fiel ein Stein vom Herzen und ich ging langsam den Weg entlang zur Straße. Ich musste es tun, denn Klaras Vater sah mir noch solange hinterher, bis ich aus seinem Augenwinkel verschwand. Eine halbe Stunde ging ich einmal im Kreis, sah mir die Gegend ein wenig an, konnte aber nichts Aufregendes erkennen. Wie ein Einbrecher schlich ich mich zurück, fand das Fenster nur angelehnt und konnte mich selber hereinlassen. Drinnen sah ich mich nur kurz nach Klara um, die nicht da war, und ging zielstrebig in den Spiegel. Auf meiner Seite angekommen, atmete ich erst einmal tief durch und ging etwas essen. Es schmeckte sehr gut und ich pfiff danach ein Lied mit, was gerade im Radio kam. Zum Schluss kochte ich mir noch einen tiefschwarzen Kaffee, nahm einen großen Keks dazu und genoss es einfach, am Küchentisch zu sitzen und vor mich hin zu sinnieren. Soweit ich alles überblicken konnte, war alles zu meiner Zufriedenheit gelaufen. Ich konnte mehr oder weniger tun und lassen, was ich wollte. Eine Aussicht, die mir mehr und mehr gefiel, je länger ich darüber nachdachte. Irgendwann ging ich ins Schlafzimmer zurück. Meine Laune war auf hohem Niveau. Dazu hatte ich mir einen saftigen, großen Apfel geschnappt, in den ich jetzt mit großem Genuss biss. Noch mit vollem Mund kam ich im Schlafzimmer an und setzte mich auf mein Bett. Von Klara keine Spur. Das machte aber nichts, ...
    immerhin hatte ich meine Ruhe und die wollte ich genießen. In der letzten Zeit war ich einfach zu eingespannt gewesen, von daher tat es mal gut, nichts zu tun. Ich rieb mir meinen vollen Bauch und ließ mich einfach nach hinten sinken. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht schlief ich einfach ein. Wie sollte es anders sein, weckte mich Klara. Ihre Stimme rief nach mir und ich sah als Erstes auf den Radiowecker. Ich hatte tatsächlich fünf Stunden geschlafen und fragte mich, was Klara wohl die ganze Zeit gemacht hatte. Vielleicht war sie aber auch schon länger wieder da und hatte mich einfach in Frieden gelassen. Beurteilen konnte ich das nicht. "Hallo Klara!", sagte ich noch vom Bett aus, ohne in ihre Richtung zu schauen. "Ah, Christoph, ihr seid ja doch da. Ich hatte schon angenommen, ihr seid geflüchtet. Immerhin sind meine Eltern nicht gerade das, was man angenehm nennt. Aber so wie ich es sehe, habt ihr es sehr gut überstanden. Mein Kompliment. Sie sind von euch beeindruckt, obwohl sie sich darüber einig sind, dass ihr sehr verschwiegen seid. Sie rätseln immer noch darüber, wer ihr seid. An dieser Nuss sollen sie noch möglichst lange zu knacken haben! Ach ja, sie haben gefragt, wann sie mit der nächsten Lieferung rechnen können. Ihr wisst doch, ihr bekommt mich nur, wenn ihr Geld einbringt. Das ist der einzige Grund, warum sie euch dulden!" Ich wusste es nicht. Bestellt war eine größere Lieferung, wann die allerdings kam, konnte ich nicht so einfach sagen. Dafür musste ich erst ...
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