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Spieglein, Spieglein ...
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
jedoch sagen, dass er überdurchschnittlich ist. Sein Alter ist schwer zu schätzen, aber der jüngste ist er nicht mehr. Reich ist relativ. Für eure Verhältnisse ist er sehr reich. Er kommt von sehr weit weg, so genau hat er das noch nicht gesagt, aber da er denselben Dialekt spricht wie ich, ist zu vermuten, dass er von sehr weit wegkommt. Was er allerdings beruflich macht, kann ich nicht sagen!" Schon bei dem Satzende musste ich mich zwingen, nicht zu lachen. Immerhin beschrieb ich mich gerade selber und das fand ich sehr lustig. Mir stand also offen, mich besser oder schlechter zu machen, als ich wirklich war. Nur durfte ich es nicht übertreiben, immerhin würde ich Marie sicher noch irgendwann begegnen, denn sie lief schließlich im Haus herum und hatte mich schon im Spiegel gesehen. Von daher war sie noch ein Problem. Dieses Problem mussten Klara und ich noch lösen. Wie auch immer. Klara kam erst spät am Abend wieder und hatte dabei ein übergroßes Paket in den Armen liegen. Sie legte es auf ihr Bett und kam direkt auf mich zu. Ohne festzustellen, ob ich überhaupt da war, begann sie zu plappern. "Ach Christoph, ihr wisst ja nicht, was es alles Schönes zu kaufen gibt. Ich habe euch mitgebracht, worum ihr mich gebeten habt. Zu meinem Erstaunen war noch eine ganze Menge Geld übrig. Daher habe ich mir erlaubt, etwas mehr für mich zu kaufen. Ihr wollt doch sicher, dass ich gut aussehe oder?" Wer hätte diese Frage verneinen können. So gesehen war die Frage überflüssig, dabei ... sollte sie wahrscheinlich nur als Rechtfertigung herhalten. Leicht belustigte sah ich zu dem Paket herüber und war mir sicher, dass nur ein kleiner Teil des Inhaltes für mich bestimmt war. Einen Moment ließ ich Klara noch zappeln, erst dann machte ich mich bemerkbar. "Natürlich möchte ich, dass du gut aussiehst. Es würde mich daher sehr interessieren, was du gekauft hast und wie es an dir aussieht?" Klara schien geradezu zu erblühen. Ihr Gesicht wurde noch etwas fröhlicher als zuvor und sie ging mit tänzerisch anmutenden Schritten zu dem Paket. Es bereitete ihr etwas Schwierigkeiten, den großen Pappdeckel abzuheben, aber als es ihr gelungen war, konnte ich schon etwas von dem Stoff sehen, der darin lag. Klara hob das Kleid heraus und selbst ich bekam glänzende Augen. Es war in einem dunklen Blau gehalten und hatte einige wenige, aber auffallende, goldene Applikationen, die sofort ins Auge stachen. Als Klara es aus der Schachtel nahm, raschelte es leise und der Stoff, begann wie Seide zu glänzen. Noch war der Stoff in sich zusammengesunken, es fehlten noch die stabilisierenden Reifen, doch schon jetzt konnte man gut erkennen, dass es etwas Besonderes war, nichts für den normalen Tag. Klara kam zu mir herüber, hielt es sich an den Körper und drehte sich mehrmals um die eigene Achse. "Gefällt es euch?", kam von ihr, dabei hatte ich den Eindruck, als wenn sie die Antwort selber kannte und nichts anderes, als meine Zustimmung erwartete. "Sehr schön. Ich kann kaum erwarten, es an dir zu ...