1. Life is a Porn! Teil 02: Schuld


    Datum: 17.10.2016, Kategorien: Voyeurismus / Exhibitionismus,

    Mundwinkel deuteten ein Lächeln an. "Vor etwa fünf Minuten. Ihr wart noch ohnmächtig. Ich wollte Hilfe holen, aber leider kommt man aus dem Schaufenster nicht nach draußen, ohne sich zu schneiden und die einzige Tür im Raum ist verschlossen. Als ich dann zurück zum Auto ging, um mein Handy zu suchen, habe ich dich schon gehört!" "Wo sind wir eigentlich hier, zum Teufel?" Gus konnte nun trotz der prekären Situation ein breites Grinsen nicht mehr unterdrücken. "Nun ja, ich würde meinen, in einem äußerst gut sortierten Lager für ... Erwachsenenfilme! Wohin man sieht, nichts als Obszönitäten. Sorgfältig in Produktionsjahr und Themenbereiche eingeteilt. Ein Paradies für den geneigten Cineasten. Man kann", er blickte zu Manu, der sich inzwischen aufgerappelt hatte, "die bittere Ironie an dieser Kalamität hier nicht verhehlen. Eines ist allerdings seltsam, der Raum entbehrt einer Kasse oder ähnlichen und das Schaufenster war mit blickdichter Spiegelfolie verklebt. Ungewöhnlich. Scheint mehr eine Art Lager oder privates Archiv zu sein!" Nach einigen Minuten standen alle Sechs mehr oder weniger unversehrt in den Trümmern, die von dem obskuren Erotikarchiv übrig geblieben waren und berieten, was nun zu tun war. Eigentlich herrschte sehr schnell Einigkeit, die Polizei zu rufen und das Malheur mit der Schaufensterscheibe und dem Laden einzugestehen. Es würde zwar einigen Ärger für Manu bedeuten, aber es half ja nichts, schließlich konnte man nicht einfach wieder einsteigen und davon ...
    fahren, weder moralisch noch technisch, denn das Auto war nurmehr ein unbewegliches Wrack. Gerade wollte Leon zu seinem Handy greifen und die schwere Bürde des Telefonats mit der Notrufzentrale auf sich nehmen, da klimperte plötzlich ein Schlüssel im Schloss der Tür, die sich am anderen Ende des Raumes befand. Alle blickten gebannt zu dem feuerfesten Rechteck aus Metall, welches mit einem scheinbar unendlich langen Knarzen aufschwang. Dahinter kam eine füllige Silhouette zum Vorschein. Ein dicklicher kleiner Mann mit neumodischer Brille, karierter Schlafanzughose und einem Mötley-Crüe-Shirt starrte ungläubig auf die Reste des Erotikfilmdepots. Dann erspähte er die kleine Gruppe neben dem demolierten Passat und sein Blick verfinsterte sich. Er wollte etwas sagen, doch Manu kam ihm zuvor. "Bevor sie sich aufregen: Es tut uns leid! Wir wollten gerade die Bul ... äh die Polizei rufen!" Der Mann verzog sein Gesicht zu einem gequälten Lächeln. Und sprach dann mit leiser aber bestimmter Stimme: "Ich glaube, das ist keine so gute Idee!" "Warum denn nicht!", sagte Leon überrascht. "Sagen wir mal so", und zum blanken Entsetzen der kleinen Gruppe zog er ganz beiläufig einen kurzläufigen Revolver aus dem Bund seiner Stoffhose und legte ihn vorsichtig, fast zärtlich auf einen kleinen Abstelltisch, der heil geblieben war, "Ich mag die Polizei nicht sonderlich. Stellt dumme Fragen, wühlt sich durch meinen Privatbesitz, stellt noch dümmere Fragen - man kennt das ja!" Die Sechs starrten ihn mit ...
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