1. Der neueste älteste Look


    Datum: 11.07.2018, Kategorien: CMNF, Autor: Fkkler34, Quelle: Schambereich

    Gegenteil sei es sogar interessant, die unterschiedlichen Böden zu erfühlen. Jenny hatte jedoch das Bedürfnis, ausgiebig zu duschen, was jedoch erst am Mittwoch wieder möglich war. Diese notdürftige Katzenwäsche morgens ging ihr auf die Nerven, sie fühlte sich so nicht richtig sauber und zu allem Überfluß konnte sie ihren Körpergeruch nicht mehr mit Parfüm übertünchen. Ihren Kolleginen ging es nicht anders. Im Büro roch es aufgrund der sommerlichen Temperaturen wie im Tiergehege, und wo vorher ein penibles Äußeres Standard war, saßen jetzt die Frisuren nicht mehr richtig und es war nicht zu übersehen, daß auch bei anderen so langsam das Make-Up knapp wurde. Ihre Kollegin Sandra trug ein weißes Shirt mit deutlichen Schweißplatten unter den Armen zu einem kurzen schwarzen Rock und schockiert stellte Jenny den dunklen Flaum an ihren Schenkeln fest. "Das war wohl wirklich kein Scherz, ich bekomme jedenfalls nirgendwo mehr Enthaarungsstreifen oder ähnliches, und mit dem Elektrorasierer wird es nicht gründlich genug..." "Und das ist auch richtig so", unterbrach der inzwischen auch etwas schmuddelig aussehende Chef. "Und bevor sie wieder ihre Arbeitszeit mit Spekulationen vertrödeln, hier ein paar offizielle Anweisungen von Berufsgenossenschaft und Gewerkschaft: Aus Umweltschutzgründen und zur Ressourcenschonung ist ab sofort die Körperpflege auf das Nötigste zu reduzieren. Außerdem gelten aus Rücksichtnahme auf empfindliche Mitmenschen diverse Regelungen betreffend modische ...
    Entgleisungen in der Öffentlichkeit usw. blablabla. Heißt zu deutsch: wer sich weiterhin rasieren oder schminken will, kann sich nen neuen Job suchen! Ich habe mir allerdings sagen lassen, daß Frauen ohne Muschipelz und Achselwolle gar nirgends mehr eingestellt werden." - "Und was machen die mit den gelaserten?" Doch der Chef zuckte nur grimmig die Achseln. Als Jenny zwei Tage später im Fernsehen ein Modemagazin sah, in dem nackte und ungepflegte Menschen über die Laufstege marschierten, wollte sie sterben. Den Discobesuch am Freitag ließ sie jedenfalls vorsorglich ausfallen. Die nächsten Tage verliefen jedoch auffällig ruhig. Da sie keine Lust auf Besuche beim Arbeitsamt hatte, wuchsen nun beständig Haare an allen möglichen Stellen, was die ersten Tage ziemlich juckte. Beruhigend war nur, daß es allen ähnlich erging. Wie es aussah, hatten die meisten resigniert, die Werbung unterstützte das ganze noch. Es gab in der Stadt diverse Reklametafeln für dreckige Fußsohlen ("For nice dirty soles - go barefoot!") und mit Sprüchen wie "Wer versteckt sein Gesicht schon hinter Make-Up?" oder "Stop Shaving!". Am meisten Sorgen machten ihr aber die Werbespots, die vereinzelt gesendet wurden und Nacktheit promoteten. Vier Wochen nachdem das Übel seinen Lauf genommen hatte, traf sie auf dem Weg vom Büro zum Busbahnhof eine flüchtige Bekannte aus der Disco in der Innenstadt, die meinte, sie hätte sich schon Sorgen gemacht, weil Jenny gar nicht mehr auftauchen würde. Jenny erwiderte nur knapp, daß ...