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Begegnung mit Folgen
Datum: 04.04.2018, Kategorien: Schwanger,
zehn Mal seine Schulter, seine Backe, seine Haare, seinen Arm, seine Hand ein paar Mal ganz schnell küssen, seine Haut spüren, ihn riechen und fühlen, sonst nichts ...!" "Nein, das wirst du nicht tun ...!" Sie gehorchte Margareta, ihrem Gewissen, der Vernunft nicht. Sie tat es trotzdem, küsste ihn immer wieder und streichelte ihm über seinen Arm und seine Hand. Sie wollte ihn nur spüren, sonst doch nichts. Und sie wollte seinen Duft und das Bild von ihm in sich aufsaugen, richtig in ihrem Herzen unauslöschlich einbrennen. Klaus schlief ruhig und fest. Draußen war alles still und leise. Auch der Sturm war verebbt und hatte längst aufgehört zu toben. Sie hörte seinen gleichmäßigen Atem und spürte an ihrer Hand, wie sich sein Brustkorb bewegte und sein Herz gleichmäßig schlug. Schließlich schlief auch sie irgendwann vor Müdigkeit ein. Als sie bald darauf schon die ersten Sonnenstrahlen weckten, hörte sie beim ersten Gedanken Margareta, die Stimme der Vernunft, in ihr, wie sie sagte "Du musst jetzt sofort aufstehen, deine Kleidung und deinen Rucksack nehmen. Vor der Türe ziehst du dich an, nicht hier. Danach gehst du leise die Treppe hinunter und verlässt das Haus, ganz leise! Du darfst nicht rüberschauen zu ihm. Schau ihn nicht an und schau nicht zurück!" Die Sonne ging bereits auf, und es wurde höchste Zeit für den Aufbruch. Sie dachte "Doch, ich muss ihn sehen, das letzte Mal, ihn nur berühren, es geht nicht anders, aber einmal muss ich ihn noch spüren, nur noch ein einziges ... Mal." Vorsichtig beugte sie sich zu ihm und küsste ihn noch mal auf seine Haare. Zehn Minuten verharrte sie so und schaute ihn nur an. Die Tränen rannen ihr dabei in Strömen über das Gesicht. Sie flüsterte dabei immer wieder "Ich liebe dich so, mein Liebster, mein Klaus. Arrividerci, mi amore. Arrividerci, mi amore, mi amore, mi amore ...!" "Ich werde ihm eine Nachricht herlegen ...!" dachte sie und kramte einen kleinen Block und Tintenschreiber, die sie in einem Fach immer dabei hatte, aus dem Rucksack. Schnell schrieb sie ihm einen kurzen Brief und drückte ihre Lippen darauf. Sie widerstand der allergrößten Versuchung, gegen die sie minutenlang heftig ankämpfte, ihm ihre Anschrift dazu zu schreiben. Die Vernunft obsiegte in dem sekundenlangen Kampf in ihr und behielt auch da die Oberhand. Ihre Tränen verwischten das Geschriebene etwas. Sie legte ihn so auf den Nachttisch, dass er ihn sehen musste. Jetzt brach sie auf. An der Türe drehte sie sich noch mal kurz um. Mit tränenerstickter Stimme flüsterte sie "Leb wohl, mein Liebling, pass auf dich auf, mein Geliebter, ich liebe dich doch so sehr, pass auf dich auf, mein Liebster ... Gott beschütze dich, mein Liebster ... Gott beschütze dich ...!" Wäre er in diesen Sekunden aufgewacht, hätte sie sofort umgekehrt. Sie schloss die Türe und eilte in die Stube, wo sie sich anzog und gleich auf den Weg machte. Ihr Schritt war schnell, sehr schnell, so als ob sie vor etwas floh. Die morgendliche Frische sorgte dafür, dass sie trotz des ...