1. Samira Teil 5


    Datum: 26.02.2018, Kategorien: Hardcore,

    den letzten Jahren, nur noch selten Gedanken gemacht. Jetzt und hier kamen sie mir wieder in den Sinn und es wundert mich, dass ich sie verdrängt hatte und ausgerechnet jetzt hervorbrachen. Anscheinend hatte mich Asifas Geschichten dazu gebracht, über mich selber nachzudenken. „Ich merke, du bist gerade dabei etwas zu überlegen. Willst du es mir erzählen?“ Ich wachte wie aus einem Traum auf und sah Asifa einen Moment an, als wenn ich nicht genau gewusst hätte, wo ich mich befand. Dabei hörte ich ihrer Frage, aber verstand sie nicht gleich. Doch dann drangen ihre Worte in mich ein und ich begann, ihr meine Geschichten zu erzählen. Einfach so, ohne mir darüber Gedanken zu machen, dass ich sie kaum kannte. Immerhin hatte sie mir ihre Geschichte erzählt und ich hielt es für fair, ihr meine zu erzählen. Sie saß da, hörte mir aufmerksam zu, ohne mich zu unterbrechen, nickte nur mehrmals mit dem Kopf, als wenn sie mich gut verstand. Es war ein wissendes Nicken. „Ich habe es mir schon gedacht, dass etwas in deiner Kindheit gewesen sein muss!“, begann Asifa von Neuem, als ich mit meiner Geschichte geendet hatte. „Es wäre seltsam gewesen, wenn deine Kindheit normal verlaufen wäre. Du bist dir die ganze Zeit über, nicht bewusst ...
    gewesen, was in dir schlummert. Vielleicht kann ich dir helfen, dieses Verborgene herauszuholen. Aber nur wenn du willst. Für die einen ist es eine Bürde, für andere eine Befreiung. Damit umgehen, musst du selber!“ Inzwischen war mir alles egal. Ich sah Asifa nur einmal an und meinte in ihren Augen einen Glanz zu erkennen, der zuvor noch nicht da gewesen war. „Noch etwas Tee?“, fragte sie auf einmal, ohne dass ich ansatzweise damit gerechnet hatte. Ich schüttelte einmal meinen Kopf, als wenn ich Müdigkeit daraus vertreiben wollte, und meinte nebenbei: „Gerne!“ Asifa nahm die Kanne, füllte meine Tasse erneut auf und ließ wie selbstverständlich einen Würfel Zucker hineinfallen. Wahrscheinlich hatte sie mich zuvor beobachtet und sich gemerkt, dass ich auch dort einen genommen hatte. „Komme morgen wieder, bringe etwas Zeit mit und ich werde versuchen, den Bann zu brechen, der deine Kraft verborgen hält!“ „Ich habe nichts weiter vor und komme gerne!“, antwortet ich und Asifa stand auf und ging in ihren Wohnwagen. Als die Tür zuschlug, wusste ich innerlich, dass ich sie an diesem Tag nicht mehr wiedersehen würde. Trotzdem trank ich noch meine Tasse Tee leer. Er schmeckte gut und ich hatte Durst. Samira sah ich den Tag nicht.
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