1. Blau


    Datum: 04.02.2018, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: bydieSophie, Quelle: Literotica

    Sie ist nicht gekommen, hat die Verabredung im letzten Moment platzen lassen, keine Zeit, anderes zu tun, widrige Umstände und so weiter, ich bin nicht überrascht, nein, aber trotzdem enttäuscht. "Macht nichts", denke ich mir, "leere ich die Flasche allein." Schwimmen, bzw. plantschen, wären wir sowieso nicht gegangen, sie ist jetzt nämlich gebunden - in ihren Augen gleichbedeutend mit dem Ende allen Spasses, das Ende allen Ausgelassenseins und der Albernheiten. Und weil das alleine nicht ganz so toll ist, dieses erwachsene Gestelze, hätte sie mich auch gerne dort, auf dem Pfad der Tugend. Ich wehre mich nach Kräften dagegen, lache sie aus und sie lacht mich aus, mehr oder weniger, und so passt es dann wieder. Sie ist also nicht gekommen, aber stellt mir den nächsten Dienstag in Aussicht. "Okay, schön, ich freu´ mich", sage ich und dann muss ich lachen, denn mir fallen die blauen Flecken an meinen Oberschenkeln ein. Vorzeigbar bin ich heute wirklich nicht, der nächste Dienstag ist schon ganz in Ordnung, bis dahin dürften die Blutergüsse fort, oder zumindest nur noch zu erahnen sein. Ein bisschen schaue ich so aus, als hätte ich einen Unfall gehabt oder wäre in einen Kampf geraten, ich war heute morgen selbst erschrocken, als ich an mir herunter gesehen habe. Gestern abend war ich zum ersten Mal seit langem wieder in seiner Wohnung. Es hat sich nicht viel verändert, ein neues Regal als zu Hause für die CDs, die endlich nicht mehr stapelweise auf dem Teppich verstauben, ein ...
    neuer Schreibtisch und am Küchentisch ein neuer Stuhl der den alten ersetzt, an dessen Rückenlehne man sich nicht anlehnen durfte, ausser man wollte seine akrobatischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Er kocht Tee, schneidet Weissbrot auf, Marmelade hat er nicht, nur Honig. Butter gibt es auch nicht, nur noch Halbfettmargarine. Ich schaue ihm zu, lasse die Finger aus seinen Schränken, die mich nichts mehr angehen. Er sagt ich solle mich setzen, ich lasse mich auf einen der alten Stühle fallen, der neue geht mich auch nichts an. Wir trinken Tee, essen Honigbrot und hin und wieder grinst er und immer wenn er grinst, grinse ich mit. Zwei Grinsekatzen am Teetisch, die Pfoten im Honigtopf. Als er sich mit dieser so vertraute Geste das Haar aus der Stirn streicht, lasse ich mich in aller Vertrautheit auf seinem Schoss nieder. Der neue Stuhl hat Armlehnen aus Chrom, ich fädele die Beine darunter hindurch. Später, als er mir bereits die Jeans geöffnet hat, fädele ich sie noch einmal zurück, lasse alle Hüllen fallen, während er sich der überflüssigen Kleidung entledigt und fädele die Beine wieder unter den Armlehnen hindurch. Anfangs funktioniert das wunderbar, langsames Ineinandergleiten, leichte, sanfte Bewegungen. Später, als wir beide bereits durch den Mund nach Luft schnappen, trifft die Oberseite meines Oberschenkels bei jeder Bewegung schmerzhaft auf die Unterseite der kalten Chromarmlehne. Eine Zeitlang ignoriere ich den Schmerz, der sich mit jedem Aufprall vertieft, dann geht ...
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