1. Spieglein, Spieglein ...


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    noch mir jemals gestellt. Es waren wirklich interessante Fragen, auf die ich keine Antwort hatte. "Ich weiß nicht!", antwortete ich unsicher, denn ich hatte ja noch nicht einmal einen Versuch gemacht, obwohl der mir schon im Ansatz seltsam vorkam. Dabei war es gar nicht so weit hergeholt. Immerhin unterhielt ich mich gerade mit jemandem, der sich auf der anderen Seite des Spiegels befand. Vor nicht alt zu langer Zeit hätte ich ja selbst das für vollkommen unmöglich gehalten. Plötzlich drehte Klara ihren Kopf zur Seite und meinte in mit einer sehr leisen Stimme: "Ich muss weg, ich komme aber in fünf Stunden wieder!" Die Antwort, ob ich dann auch wieder da sein würde, wartete sie nicht mehr ab. Stattdessen verließ sie sofort ihre jetzige Position und verschwand zur Seite weg. Was sie dazu veranlasst hatte, so plötzlich aufzubrechen, konnte ich nicht gleich sehen. Erst eine halbe Minute später kamen ein paar Menschen in meinen Blickwinkel, die anscheinend den Saal in Augenschein nahmen. Da sie alle durcheinander sprachen, konnte ich sie kaum verstehen, aber an der Art, wie sie immer wieder ihre Arme ausstreckten und mit einem Finger hier und dorthin deuteten, war es wohl die richtige Erklärung. Es war verständlich, dass Klara nicht vor dem Spiegel stehen blieb und sich weiter mit mir unterhielt. Es hätte wirklich seltsam ausgesehen. Fünf Stunden. Eine lange Zeit, wenn man nichts zu tun hat und nichts passierte. Da aber nichts wirklich Interessantes im Gange war, verrichtete ...
    ich in der Zeit einige wichtige Dinge des Lebens. Essen, duschen und mehr. Ich hatte Hunger und fühlte mich ein wenig stinkig. Bei dem Programm was man mir bot war das auch nicht verwunderlich. Man vergaß vieles was man eigentlich hätte tun müssen. Jetzt hatte ich Zeit dafür. Außerdem wollte ich noch eine kleine Mütze voll Schlaf nehmen. Es würde sicher für drei oder vier Stunden reichen. Dann würde ich wieder pünktlich meinen Platz einnehmen. Pünktlich, um nicht zu sagen, sehr pünktlich, saß ich auf meinem Beobachtungsposten und wartete auf Klara. Zuerst geschah nichts, denn der Saal war leer und ich konnte nur schlecht sehen, denn auf der gegenüberliegenden Welt begann es dunkel zu werden. Genauso wie auf meiner Seite. Die Tageszeiten schienen sich soweit aneinander angepasst zu haben, waren in etwa gleich. Dämmerlicht machte sich breit und ich konnte nur noch wenige erkennen. Auf einmal vernahm ich ein schwaches Licht, was von der Seite kam. Es war Klara, die eine Kerze dabei hatte, die sie mit einer Hand soweit abschirmte, dass der Schein nur teilweise hervortrat. Als sie wieder vor dem Spiegel stand, konnte ich fast nur noch ihr Gesicht sehen, was von dem Licht angestrahlt wurde. Dabei trat ihre fast weiße Haut besonders stark hervor, in der sich der kirschrote Mund stark hervorhob. "Hallo!", kam es nur geflüstert. Trotzdem konnte ich es sehr gut hören, denn weder bei mir noch bei ihr, war ein noch so kleine Geräusch zu hören, was gestört hätte. "Hallo!", hauchte ich fast ...
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