1. Spieglein, Spieglein ...


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    Schnitt, wirkte gleichförmig und entsprechend sympathisch. Dieses Weiß der Haut wurde nur von einem starken Rot der Lippen sowie einem kleinen Leberfleck unterhalb des einen Mundwinkels unterbrochen. Umrahmt wurde dieses Gesicht von schwarzen, großen Locken, die sich oberhalb des Kopfes auftürmten. Dazu trug sie ein blaues Kleid, welches durch Reifen weit auseinandergehalten wurde. Die Taille war schmal geschnürt und ihre Brüste weiter nach oben geschoben worden, denn auch vorne sorgte eine Schnürung für die Form ähnlich wie bei einem Dirndl. Ich musste grinsen, als ich an den Begriff mit dem Holz dachte, den man in Bayern gerne benutzte. Weiter starrte sie sich selber an, wobei ich fast nicht glaubte, dass sie sich wirklich betrachtete. Fast kam es mir vor, als wenn sie mich sehen konnte. Doch dafür waren ihre Augen nicht direkt auf mich gerichtet. Sie sah etwas seitlich an mir vorbei. Plötzlich drehte sie ihren Kopf zur Seite und meinte in die Richtung: "Marie, hier in diesem Spiegel habt ihr also den Mann gesehen?" Hierbei sei eins erwähnt. Es waren nicht die wirklichen Worte, die ich aufschreibe, sondern dem Sinn entsprechend. Die Unterschiede zu unserer heutigen Sprache waren zu groß, um sie hier wiederzugeben. Dies bitte ich, zu entschuldigen. Ich erschrak gewaltig. Erst jetzt wurde mir bewusst, wenn ich sie sehen konnte, konnte es anders herum genauso sein. Vielleicht war es ein so etwas wie ein halbdurchlässiger Spiegel, wie man sie aus Kaufhäusern kannte. ...
    Schamesröte stieg mir ins Gesicht und ich hoffte, dass wenn sie mich gesehen hatte, nicht während ich Spaß mit mir gehabt hatte. Plötzlich trat von der Seite eine andere Frau ins Blickfeld. Sie war ebenfalls in dem Alter, trug aber ein rotes Kleid und hatte haselnussbraune Haare, die in einer ähnlichen Frisur hochgesteckt worden war. Fast hätten sie Schwestern sein können, obwohl ihr Gesicht weicher erschien. Sie sah ebenfalls in den Spiegel und meinte: "Doch, Klara, hier in diesem Spiegel habe ich ihn gesehen. Als ich vor einigen Tagen, als es dunkel war hier vorbei gekommen bin. Er stand dort und ich konnte ihn genau sehen." Klara sah erneut in den Spiegel und sagte dann: "Also ich kann nichts erkennen. Nur mich selber. Wie sah er den aus?" Marie sah Klara von der Seite aus an und antwortete nur zögerlich, druckste ein wenig herum: "Er war nackt!" Diese Worte kamen ihr nur schwer über die Lippen, was man gut erkennen konnte. Klara sah sie unverständlich an: "Er war nackt? Du meinst, vollkommen ohne Kleidung?" "Ja, aber nicht nur das!", meinte Marie und schaute dabei auf den Boden. "Sag schon! Es ist sonst niemand hier. Spann mich nicht auf die Folter. Was war sonst noch?" Marie sah weiterhin auf den Boden, schien ihrer nicht zu erkennenden Schuhe zu betrachten. Nur zögerlich kam es über ihre Lippen, fast nur geflüstert. Dabei sah sie sich einmal um und kontrollierte dabei anscheinend, ob sie wirklich alleine waren. "Er hatte sein Ding dabei in der Hand und hat es gestreichelt!" Man ...
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