1. Spieglein, Spieglein ...


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    hätte unterjubeln können. Ich hätte es nicht gemerkt. Der zweite Nachteil ist einfach, dass man als Mann überfordert ist. Als ich wieder vor der Tür stand, kam es mir vor wie ein Traum. Ein Traum, der mir fast mein ganzes übriges Geld gekosten hätte. Dafür hatte ich aber nicht nur einen Flacon in der Tasche, sondern gleich drei. Die Damen hatten irgendwie mit Leichtigkeit herausbekommen, wie hoch mein Kreditlimit war. Das hatten sie dann für mich vollkommen ausgereizt. Mit dieser Erfahrung im Gepäck ging ich nach Hause. Zum Glück hatte ich zuvor schon eingekauft. Zuhause erfuhr ich, dass ein Paket für mich beim Nachbarn abgegeben worden war. Also ging ich hinüber und holte das Paket ab, was größer war, als ich mir gedacht hatte. Die Lieferung Gewürze war angekommen und fühlte sich schwerer an, als ich vermutet hätte. Egal, ich würde schon alles an den Mann, sprich Klaras Vater bringen. Beide würden wir davon profitieren. Zufrieden mit mir ging ich in die Küche, packte das Paket aus und übersah die Menge an Gewürzen, die auf dem Tisch lagen. Wahrscheinlich wäre es genug gewesen, um mich mein ganzes Leben damit zu versorgen. Einen Teil davon verstaute ich in einem Leinensack, den Rest brachte ich in den Keller, wo es dunkel und kühl war. Hier würde es länger lagern können und weniger an Kraft verlieren. Als ich wieder oben ankam, überlegte ich, welches von den Duftwässern am besten zu Klara passte. Ich öffnete die Flaschen und war froh darüber, dass ich wieder etwas riechen ...
    konnte. Die überaus freundlichen Damen hatten mir drei vollkommen verschiedene Duftnoten eingepackt, damit ich selber entscheiden konnte, welches zu wem passte. Eine Weise und für mich, teure Entscheidung. So gesehen hätte ich die vorigen Duftproben gar nicht gebracht. Aber egal, die drei Verkäuferinnen waren ein Augenschmaus gewesen, von daher war es das Wert gewesen. Ein Duft war schwer, sehr schwer, süß und intensiv. Der Zweite leicht und frisch, sportlich würde man heute sagen. Der dritte Duft war irgendwie dazuwischen, wusste nicht genau, was er sein sollte. Zu einer jungen Frau wie Klara passte nur der zweite Duft. Alles andere erschien mir nicht richtig. Dazu war er in einer hübschen kleinen Flasche, die wie eine kleine Vase aussah. So bewaffnet ging ich zum Spiegel und steig hindurch. Klara war zwar noch nicht da, aber ich nahm mir einfach die Freiheit, in ihrem Zimmer sein zu dürfen. Von der Seite ihrer Eltern gab es ja keine Einwände. Wie ich hierher gekommen war, war eindeutig, denn ich machte einfach das Fenster auf. Sicher eine seltsame Art in das Haus zu kommen, aber da ich sowieso etwas sonderlich für sie sein musste, spielte das keine Rolle mehr. Immerhin hatte ich Klara ja auch die ersten Gewürze durch das geöffnete Fenster gegeben. Einen Moment stand ich an diesem Fenster und sah hinaus. Kaum eine Minute später sah ich Klara in Begleitung von Marie zum Haus kommen. Ich wollte nicht entdeckt werden, denn Marie sollte nicht mit der Nase darauf gestoßen werden, ...
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